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Das Grödner Tal in Südtirol

Das Grödner Tal in Südtirol – auf Italienisch: Val Gardena – erstreckt sich östlich vom Eisacktal bei Waidbruck in Richtung Nordosten in die Dolomiten. Südlich des Grödner Tales erstreckt sich das Schlerngebiet mit der Seiser Alm, der höchsten Hochalm Europas. Das Grödner Tal gehört, wie auch das Schlerngebiet, zur Südtiroler Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern.

Wer vom Eisacktal aus nach Gröden fährt, der muss erst ein anfangs relativ enges Tal passieren, welches sich dann aber kurz vor St. Ulrich öffnet. Neben St. Ulrich sind noch die Orte St. Christina und Wolkenstein die Hauptorte des Grödner Tals. Das Grödner Tal hat eine Länge von etwa 30 Kilometern, ist zwischen der Seiser Alm, Seceda und Raschötz eingebettet und endet schließlich am Grödner Joch, welches von den Zacken der Cirspitzen und der „steinernen Stadt“ beim markanten Sellastock geprägt ist.

Das Grödner Tal zählt schon seit langem als Hochburg des Tourismus in Südtirol. Die Hauptorte St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein locken zu jeder Jahreszeit die Besucher aus nah und fern in das Tal, sodass der Tourismus auf eine weit mehr als 100jährige Tradition zurückblicken kann, die bis zum heutigen Tag ungebrochen ist.

Mit den Orten Runggaditsch, Überwasser und Pufels liegen drei Orte zwar geographisch im Grödner Tal, politisch gehören diese jedoch als Fraktionen zur Gemeinde Kastelruth im Schlerngebiet. In allen drei Fraktionen, die an den Nordhängen der Seiser Alm liegen, wird Ladinisch gesprochen. Dies ist ein Merkmal von Gröden. Denn hier hat ein großer Anteil der Einwohner nicht – wie in Südtirol üblich - die deutsche oder die italienische, sondern die ladinische Sprache als Muttersprache.

Gröden und die Holzschnitzkunst

Die Gegend inmitten der Dolomiten und umgeben von grünen Wiesen und Wäldern ist heute ein populäres Urlaubsgebiet. Ist heute der Tourismus eine bedeutende Einnahmequelle der Einwohner von Gröden, mussten die Vorfahren vor einigen hundert Jahren ihren Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft erarbeiten. Doch die Landwirtschaft reichte nur schwer, den Lebensunterhalt ausreichend sicherzustellen. Und so begannen die Menschen ihre Einkünfte mit Holzschnitzereien aufzubessern. Dies war der Anfang der heute weltbekannten Holzschnitzkunst, die ihre Wurzeln im Südtiroler Grödner Tal hat und über 400 Jahre zurückliegt.

Angefangen hatten die Grödner mit der Herstellung von Holzschüsseln, weshalb sie bald auch die „Schüsseldreher“ genannt wurden. Doch schon zeitig begannen die Leute kunstvollere Gegenstände aus Holz herzustellen. So wurden Statuen, Kruzifixe, Krippen, Altäre und diverse kirchliche Ausstattungsgegenstände hergestellt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kamen dann die Bildhauer hinzu; diese erlernten ihr Handwerk außerhalb von Gröden und trugen maßgeblich dazu bei, dass im Grödner Tal die religiöse Bildhauerei entstand. Die Leute entdeckten vor allen die Lust, das Zirbelholz der umliegenden Wälder in Kunstwerke zu verwandeln und so wurde während der langen Wintermonate fleißig geschnitzt. Vor allem die Bildhauerbetriebe Vinatzer und Trebinger waren für viele ein Ansporn, die Holzschnitzkunst zu erlernen und auszuüben. Vom hölzernen Spielzeug über Masken, Teller und Löffel bis hin zu Weihnachtkrippenfiguren war hier alles dabei und die Handwerker erwirtschafteten sich dadurch einen stattlichen Nebenverdienst.

Im Laufe der Zeit wurde die Nachfrage nach den Holzschnitzerzeugnissen immer größer, sodass sich in für diese Ware bald eine eigene Berufssparte bildete, die die hölzernen Kunstwerke vertrieben hatte. Berufskrämer waren häufig zu Fuß unterwegs, kamen aber hier bis nach Holland und Portugal, ließen sich dort nieder und gründeten Handelsniederlassungen. Auf der ganzen Welt wurde im 19. Jahrhundert 130 Niederlassungen gezählt, die den Vertrieb der Holzschnitzkunst aus dem Grödner Tal zum Gegenstand hatten. Einige Niederlassungen gab es sogar in Nordamerika.

Im Zusammenhang mit der Holzschnitzerei entwickelte sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein zusätzlicher Handwerkszweig. Während die in Gröden angefertigten Schnitzereien von Fassmalern bemalt und vergoldet wurden, die sich außerhalb des Tales befanden, wurden diese Arbeiten schon bald vor Ort vorgenommen. Vor allem Frauen und Kinder führten die Bemalungen und Vergoldungen in Heimarbeit durch.

Die Holzschnitzkunst aus Gröden ist noch heute ein weltbekannter Handwerkszweig und wird mit dem Tal in Südtirol untrennbar in Verbindung gebracht. Noch heute fährt kaum ein Gast, Besucher oder Urlauber des Grödner Tals wieder nach Hause, ohne ein holzgeschnitztes Werk mit nach Hause zu nehmen.

Gröden und die Dolomiten

Das Grödner Tal ist von bekannten Gipfeln der Dolomiten und von beliebten Almen umgeben. Die bekannteste Hochalm, die Seiser Alm, und das Schlerngebiet befinden sich im Süden des Grödner Tals. Im Zusammenhang mit der Seiser Alm sind vor allem die Langkofelgruppe mit dem markanten Lang- und Plattkofel zu nennen. Aber auch Monte Pana und die Ciaminioalm befinden sich im Süden von Gröden.

Im Norden gehören zu den Grödner Dolomiten das Steviagebirge, die Geislerspitzen, der Pitschberg, Seceda und die Raschötz. Im Osten befindet sich das Grödnerjoch, welches von der Sellagruppe mit der Boespitze geprägt wird. Aber auch die Cirspitzen, die von der Seiser Alm gesehen werden können, befinden sich im Osten von Gröden.

Im Westen wird das Grödner Tal von der Puflatschalm begrenzt. Die Puflatschalm ist ein Teil der Seiser Alm und erstreckt sich bis auf eine Höhe von 2.176 Metern über dem Meeresspiegel. Von den Höhen des Puflatsch aus hat man eine herrliche Rund-um-Sicht, weshalb der Puflatsch auch als die Aussichtskanzel der Seiser Alm bezeichnet wird.

Der Urlaub in Gröden

Im Sommer stehen den Urlaubsgästen unzählige Wander- und Kletterwege zur Verfügung, die in den umliegenden Dolomiten unternommen werden können. Wer hier seinen Urlaub verbringt, der kann bestimmt nicht innerhalb von nur einem Urlaub sämtliche sehenswerte Gipfel erklimmen. Und so steht hier auch Urlaubsgästen, die immer wieder nach Gröden kommen, ein abwechslungsreiches Gebiet zur Erkundung zur Verfügung, welches immer wieder Abwechslung bringt. Wer lieber im Tal bleibt, dem stehen auch hier eine Vielzahl und Möglichkeiten zur Verfügung. So gibt es auch im Tal gemütliche Wanderwege und die Orte St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein laden zu einem Einkaufsbummel ein.

Vor allem im Winter finden Wintersportler hier ein Eldorado vor. Zusammen mit der Seiser Alm ist das „Skigebiet Gröden – Seiser Alm“ durch die Anbindung an „Dolomiti Superski“ eines der größten Skigebiete weltweit. In Gröden selbst gibt es ein Pistennetz mit einer Gesamtlänge von 175 Kilometern, Langlaufloipen mit einer Gesamtlänge von 98 Kilometern und 83 Aufstiegsanlagen. Durch die Anbindung an „Dolomiti Superski“ stehen den Wintersportlern rund um den Sellastock in zwölf Regionen verbundene Pisten mit einer Gesamtlänge von 1.220 Kilometern und mehr als 450 Aufstiegsanlagen zur Verfügung.

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