Museum Gherdëina

Museum über Natur- und Kulturgeschichte in Gröden

In St. Ulrich im Grödner Tal in Südtirol befindet sich das Museum Gröden. Nachdem es sich beim Grödner Tal um ein ladinisches Tal handelt, ist das Museum meist auch in Ladinisch mit „Museum Gherdëina“ ausgeschildert.

Das Museum wurde bereits im August 1960 eröffnet. In den Jahren 1972 und 1985 wurde das Museum erweitert und hat sich zu den traditionsreichsten Museen im dolomitladinischen Raum von Südtirol etabliert.

Im Museum Gherdëina ist eine interessante Sammlung zur Entwicklung der Kultur und zur Naturgeschichte des Grödner Tals zu sehen. In dem Museum geht man auf eine Zeitreise zwei Millionen Jahre in die Vergangenheit und erhält hier einen Überblick darüber, wie die Dolomiten entstanden sind. Auch mit den ältesten Spuren der Menschen, die in der Region vor mehr als 10.000 Jahren bereits waren, beschäftigt sich ein Teil der Ausstellung. Ein Highlight des Museums ist seit dem Jahr 2004 auch der Bereich, in dem sich alles um Luis Trenker, dem bekannten Schauspieler und Alpinisten aus St. Ulrich, dreht.

Die Ausstellungsräume

Bereits im Eingangsbereich werden die Museumsbesucher von einem lebensgroßen Ichthyosauriers begrüßt. Ein Ölgemälde, welches St. Ulrich um das Jahr 1860 zeigt und vom Kunstmaler Josef Moroder-Lusenberg stammt ist hier genauso zu sehen wie das von Vinzenz Moroder geschaffene Kreuzwegrelief.

Insgesamt gibt es vier Ausstellungsräume in dem Museum Gherdëina. Das Hauptthema des ersten Ausstellungsraums die die Sakralkunst im Grödner Tal und wie diese ihre Anfänge genommen hat. Hier werden vor allem Werke der Vinazer gezeigt. Auch das originale Altarbild aus der St.-Jakobskirche in St. Ulrich wird hier gezeigt, welches von Franz Sebald Unterberger aus Cavalese geschaffen wurde.

Wie sich die Grödner Kunst im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat, ist im zweiten Ausstellungsraum zu sehen. Hier wird die Zeitspanne von 1650 bis 1950 dargestellt. Eindrucksvoll wird die Schnitzerei dargestellt, indem eine umfangreiche Auswahl an Krippenfiguren, Kerzenhaltern, Leuchterengeln und vielem mehr ausgestellt wird.

Im dritten Ausstellungsraum wird die Naturkunde gezeigt. Gesteine, Fossilien und Mineralien aus der Gegend zeigen den geologischen Aufbau und die Entstehung der westlichen Dolomiten, also jener bleichen Berge, die sich unter anderem um das Grödner Tal erheben. In diesem Raum ist auch ein über 280 Millionen Jahre altes Skelett eines Ichthyosauries zu sehen, welches auf der Seceda gefunden wurde. Unter anderem werden in diesem Raum auch Minieralien ausgestellt, welche auf der Seiser Alm zu finden sind. Aber auch Fossilienfinde von Meereswirbeltieren aus der Trias, wie z. B. des Bobasatrania (Perm-Trias-Grenze) sind hier ausgestellt.

Auf dem Weg nach oben in den 2. Stock ist das bildreiche Fastentuch aus der St. Jakobskirche zu bestaunen.

Im vierten Ausstellungsraum (im 2. Stock) ist die archäologische Abteilung untergebracht. Hier werden die Steinzeitfunde von Plan de Frea am Grödner Joch gezeigt. Diese zählen zu den beachtenswertesten Fundspuren im Grödner Raum. Ebenfalls ist hier eine Sammlung von historischem Grödner Holzspielzeug zu sehen.

Der Bereich von Luis Trenker

Dem wohl bekanntesten Sohn des Grödner Tals – Luis Trenker – ist im Museum Gherdëina ein eigener Bereich, ebenfalls im 2. Stock, gewidmet. Luis Trenker wurde 1892 in St. Ulrich geboren und hat das Genre „Bergfilm“ geprägt wie kein anderer. Als Bergsteiger, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur ist er weit über die Grenzen Südtirols hinaus bekannt geworden und hat zugleich den Bekanntheitsgrad seines Heimatlandes enorm erhöht. 1990 ist Luis Trenker verstorbenen und wurde auch in St. Ulrich begraben.

Dass im Grödner Museum eine Heimstätte von Luis Trenker errichtet wurde, war sein persönlicher Wunsch. Deshalb wird künstlerischer Nachlass heute vom Museum Gröden betreut.

Fazit

Das Museum Gherdëina – Museum Gröden untergliedert sich in die Bereich „Holzspielzeug“, „Holzskulpturen“, „Malerei“, „Unikate“, „Archäologie“, „Dolomiten“ und „Luis Trenker“, die jeweils faszinierende Einblicke in die Geschichte von Gröden und der Umgebung geben. Ein Besuch des Museums sollte bei einem Aufenthalt in St. Ulrich bzw. im Südtiroler Grödner Tal auf jeden Fall auf dem Programm stehen.

Die Daten

Die Öffnungszeiten

Im Winter

  • 20. Dezember bis 06. Jänner: täglich von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
  • 07. Jänner bis 31. März: Dienstag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Im Sommer

  • 18. Mai bis 30. Juni und 01. September bis 10. Oktober: Montag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
  • 01. Juli bis 31. August: Montag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Führungen

Führungen werden vom Museum für Gruppen bis 25 Personen auf Nachfrage deutschsprachig und fremdsprachig angeboten.

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Wer ist online

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