Grödner Joch

Das Grödner Joch und das Sella Joch

Wer das Grödner Tal in Südtirol in östlicher Richtung verlässt, der stößt am Ortsausgang von Wolkenstein auf das Grödner Joch und das Sella Joch. Die aus Wolkenstein führende Straße geht direkt in das Sella Joch über. Am Beginn des Sella Jochs zweigt linkerhand das Grödner Joch ab. Das Grödner Joch und das Sella Joch sind zwei Passstraßen, über die das Grödner Tal im Osten verkehrstechnisch erschlossen ist.

Zu beachten ist, dass sowohl das Grödner Joch als auch das Sella Joch aufgrund von Witterungsbedingungen gesperrt sein kann. Daher ist das Grödner Tal ganzjährig nur vom Westen über das Eisacktal zu erreichen.

Sowohl das Grödner Joch als auch das Sella Joch sind eine der bekanntesten Gebirgspässe in Südtirol, dem beliebten Ferienland im nördlichen Italien, welche folgend näher beschrieben werden.

Das Grödner Joch

Das Grödner Joch (auf Italienisch: Passo Gardena) verbindet das Grödner Tal mit dem Gadertal bzw. führt von Wolkenstein nach Corvara. Beim Grödner Joch handelt es sich um einen Gebirgssattel, welcher sich vom Sellastock im Südwesten bis zu den Cirspitzen im Nordosten erstreckt.

Die Straße des Grödner Jochs hat eine Länge von etwa 20 Kilometern und hat insgesamt 17 Kehren. Die durchschnittliche Steigung der Sella Joch-Straße beträgt vier bis fünf Prozent, die maximale Steigung zehn Prozent.

Wer das Grödner Joch – der Pass liegt auf einer Höhe von 2.121 Metern über dem Meeresspiegel – fährt, dem bietet sich ein unverwechselbarer Ausblick auf die umliegenden Dolomiten. Vom höchsten Punkt des Passes zeigt sich im Südwesten der Langkofel und im Süden der Sellastock. Nördlich des Grödner Jochs befinden sich die Cirspitzen, nordöstlich sind die Dolomitengipfel des Gadertals, insbesondere der unverwechselbare Sassongher (der Hausberg von Corvara) und der Heiligkreuzkofel.

Die Straße des Grödner Jochs wurde erstmals im Jahr 1960 asphaltiert. Zuvor existierte neben der asphaltierten Straße ein alter Jochfahrweg, der allerdings für die touristischen Zwecke keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle spielte. Auch dieser Fahrweg wurde erst im Jahr 1915 für militärische Zwecke angelegt. Über diesen Fahrweg wurde die Versorgung der Truppen im Ersten Weltkrieg sichergestellt; die deutsch-österreichische Front befand sich in der Nähe des Grödner Jochs.

Über die Geschichte und Bedeutung des Grödner Jochs in der weiter zurückliegenden Vergangenheit ist relativ wenig bekannt. Zwar wurden im Bereich des Gebirgssattels Funde aus der Steinzeit entdeckt, doch wie das Gebiet insgesamt besiedelt war, konnte bislang noch nicht erforscht werden. Das erste Grödner Joch-Hospiz wurde im Jahr 1895/1896 vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein (Sektion Bozen) gebaut.

Beim Grödner Joch handelt es sich um die Staatsstraße 243.

Das Sella Joch

Um auf das Sella Joch (auf Italienisch: Passo Sella) zu gelangen, muss man einfach immer nur der aus Wolkenstein führenden Straße folgen. Das Sella Joch verbindet das Grödner Tal mit dem Fassatal bzw. führt von Wolkenstein nach Canazei (Trentino).

Die Straße des Sella Jochs hat eine Länge von etwa 23 Kilometern und hat insgesamt 32 Kehren. Das Sella Joch liegt auf einer Höhe von 2.218 Metern über dem Meeresspiegel und verläuft von Norden nach Süden zwischen den Gebirgsstöcken der Langkofelgruppe und der Sellagruppe hindurch. Die durchschnittliche Steigung der Sella Joch-Straße beträgt knapp sieben Prozent, die maximale Steigung elf Prozent.

Auch das Sella Joch bietet traumhafte Ausblicke auf die umliegenden Dolomiten und zählt daher nicht umsonst zu den schönsten Gebirgspässen Südtirols. Die Langkofelgruppe befindet sich westlich des Sella Jochs, die Sellagruppe östlich des Sella Jochs.

Die Sella Joch-Straße wurde schon im Jahr 1872 fertiggestellt, womit die Straße zu den älteren Passstraßen von Südtirol zählt. Auch beim Sella Joch ist relativ wenig über die weiter zurückliegende Vergangenheit bekannt. Auch hier wurden steinzeitliche Funde, wie Keramikscherben oder Pfeilspitzen, ans Tageslicht gebracht. Wie der Pass allerdings in der Vergangenheit, insbesondere in der Antike und im Mittelalter, genutzt wurde, konnte bislang noch nicht in Erfahrung gebracht werden. Die erste Herberge wurde im Jahr 1884 eröffnet. Hierbei handelt es sich um das Rifugio Carlo Valentini, welches vor allem von Handelsreisenden genutzt wurde. Das Sellajochhaus wurde vom Deutschen und Österreichischen Alpenverein im Jahr 1903 erbaut, der Gasthof Maria Flora im Jahr 1934. Das Rifugio Carlo Valentini, das Sellajochhaus und der Gasthof Maria Flora existieren auch heute noch.

Besonders ist das Sellajochhaus zu erwähnen. In der Nähe dieses Hauses befinden sich ein großer Parkplatz und die Talstation einer urigen Stehgondelbahn, mit der man direkt in die Langkofelscharte (zur Toni-Demetz-Hütte) fahren kann. Von hier kann man hinab zur Langkofelhütte wandern und auf diesem Wegabschnitt einen Blick über die gesamte Seiser Alm genießen.

Beim Sella Joch handelt es sich um die Staatsstraße 242.

Sellajoch im Juli und August 2017 zeitweise gesperrt

Nachdem die Dolomiten im Jahr 2009 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt wurden, gilt es, die Natur- und Bergwelt zu schützen und zu erhalten. Im Rahmen der Initiative Dolomitesvives wird erstmals die Passstraße auf das Sellajoch in den Monaten Juli und August 2017 immer mittwochs für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gesperrt. Die Sperrung erfolgt in den zwei Monaten immer mittwochs in der Zeit von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr (erster Mittwoch: 05.07.2017, letzter Mittwoch: 30.08.2017).

Durch die Sperrung des Sellajochs soll ein erstes Ausrufezeichen gesetzt werden, dass mit den Dolomiten verantwortungsvoll umgegangen werden muss. Erlaubt sind daher an den Tagen der Passsperrung nur noch Fahrräder, Fußgänger und elektrobetriebene Fahrzeuge. Zudem können die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs und die Materialtransporter der Steinbrücke die Passstraße nutzen.

Teil der Sella Runde

Das Grödner Joch und das Sella Joch sind Teil der Sella Runde (Sella Ronda). Zusammen mit dem Pordoijoch und dem Campolongopass (Passo Campolongo) kann man über diese vier Dolomitenpässe den kompletten Sellastock umrunden. Diese Dolomitenrundfahrt ist sowohl bei den Autofahrern als auch bei den Motorradfahrern bekannt und beliebt.

Auch bei den Radfahrern ist die Vierpässefahrt rund um den Sella sehr bekannt und wird gerne von den Sportlern in den Sommermonaten gefahren.

Aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades der Sella Runde und dem einmaligen Blick auf die Dolomiten handelt es sich beim Grödner Joch und beim Sella Joch um viel befahrene Gebirgspässe.

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