Santnerspitze

2.000 Kubikmeter Felsen lösten sich von der Santnerspitze

Im Südtiroler Schlerngebiet ist derzeit Hochsaison. Zahlreiche Urlaubsgäste sind in das Gebiet rund um die Seiser Alm gekommen, um sich hier zu erholen. Doch an der Santnerspitze, dem neben dem Schlern prägnanten Berg, haben sich heute enorme Naturgewalten bemerkbar gemacht. Gegen 08:00 Uhr am Morgen haben sich heute, 11.08.2011 größere Massen des Gesteins gelöst und sind in die Tiefe gestürzt. Weitere Gesteinsmassen bzw. größere Steinschläge gab es dann nochmals gegen 10:30 Uhr und gegen 12:30 Uhr. Insgesamt sind etwa 1.500 bis 2.000 Kubikmeter Felsen in die Tiefe gestürzt. Der Felssturz von dem 2.414 Meter hohen Dolomitengipfel forderte keine Verletzten bzw. Opfer.

Bergrettung wurde informiert

Wie die Bergrettung von Seis gegenüber Südtirol Online mitteilte, wurde diese gegen 08:00 Uhr von verschiedenen Seiten alarmiert. Angefangen hat der Felssturz mit der Lösung von drei größeren Felsbrocken, die auf einen Wanderweg gestürzt sind. Es folgten weitere größere Steinschläge, bis sich um 10:30 Uhr ein erneuter und größerer Felssturz ereignete.

Aktuell ist der Zustiegsweg zur Santnerspitze gesperrt. Der Kastelruther Bürgermeister Andreas Collin ordnete zudem noch an, den Klettersteig zur Santnerspitze, den Weg vom Schlernboden zu den Schlern-Köpfen (weitere kleine Gipfel am Santner) und den Zugang vom Schlernboden zum Klettersteig Santner zu sperren.

Bergsteiger konnten gerettet werden

Dass bei dem Felssturz niemand verletzt wurde, ist nicht selbstverständlich. Denn zur Zeit des Sturzes waren bereits fünf Bergsteiger vor Ort, die heute die Santnerspitze bezwingen wollten. Nachdem sich der erste Felssturz ereignete, konnten die fünf Bergsteiger nicht mehr zurückkehren. Unter den fünf Bergsteigern war der Bergführer Francesco Banisoni, der mit der Bergrettung Seis Kontakt aufgenommen hatte. In dem Telefonat wurde beschlossen, dass die Kletterer den Weg zum Gipfel fortsetzten. Hier konnten sie mit dem Rettungshubschrauber Aiut Alpin schließlich gerettet und wieder sicher ins Tal zurück geflogen werden.

Felsstürze sind in den Dolomiten nichts Ungewöhnliches. Meist lösen sich allerdings nur kleinere Steine bzw. kleinere Mengen – so auch zwischen Santner und Euringer. Der Felssturz am 10.08.2011 war allerdings wesentlich größer und daher gefährlicher und außergewöhnlicher.

Für großes Aufsehen sorgte beispielsweise ein riesiger Felssturz im Südtiroler Pustertal am 12.10.2007. Hier löste sich ein Felsbrocken am Einserkofel mit einem Ausmaß von 30 x 100 Metern und einer Stärke von 20 Metern. Dieser löste eine Erschütterung aus, die sogar noch in Innsbruck als Erdbeben gemessen werden konnte. Vor einer Woche hielt ein ebenfalls gewaltiger Felssturz bei Partschins (Burggrafenamt) die Menschen in Atem. 80.000 Kubikmeter Fels stürzten hier in der Nähe von Meran ins Tal.

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