St. Valentin oberhalb von Seis

Sankt Valentin, Seis – Kastelruth

St. Valentin ist eine Fraktion der Marktgemeinde Kastelruth im Südtiroler Schlerngebiet. Von den insgesamt knapp 6.900 Einwohnern, die in der gesamten Gemeinde Kastelruth wohnen, entfallen auf die Fraktion St. Valentin etwa 260 Einwohner (Stand 31.12.2018 waren es 257 Einwohner). Obwohl die Fraktion ein Teil der Marktgemeinde Kastelruth ist, wird St. Valentin meist dem beliebten Ferienort Seis am Schlern zugeordnet, da der Ortsteil geographisch oberhalb von Seis liegt. Allerdings gehört St. Valentin auch kirchengemeindlich zur Pfarrei Kastelruth.

Von den Urlaubsgästen wird die Fraktion St. Valentin nur sehr wenig wahrgenommen, da die meisten der Meinung sind, dass das Ortsgebiet noch zu Seis am Schlern gehört und es sich hier um keine eigene Fraktion handelt. Daher wird der Name „St. Valentin“ im Schlerngebiet in den meisten Fällen ausschließlich mit dem hier befindlichen St. Valentin-Kirchlein in Verbindung gebracht. Das kleine Kirchlein, welches dem Heiligen Valentin geweiht wurde und daher hier jährlich am 14. Februar – am Valentinstag – ein Fest (Kirchtag) begangen wird, ist der Namensgeber der Fraktion. Das Gebiet von St. Valentin wurde schon sehr zeitig von den Menschen besiedelt. Man geht davon aus, dass sich im Umfeld des St. Valentin-Kirchleins in den Wiesen noch einige Reste einer römischen Siedlung befinden. Die Römer sind um 15/14 vor Christus in das Schlerngebiet gekommen, zuvor sollen die alten Räter hier gewesen sein.

Sankt Valentin liegt nordöstlich von Seis am Schlern und erstreckt sich bis hinauf zur Grenze der Seiser Alm. Durch die Fraktion führt auch die Seiser Almstraße. Unmittelbar nach dem Hotel Gstatsch, das auf einer Höhe von 1.480 Metern über dem Meeresspiegel liegt und damit den höchsten Punkt der Fraktion St. Valentin darstellt, befindet sich das Ortsschild, welches darauf hinweist, dass hier das Ortsgebiet von St. Valentin endet bzw. die Seiser Alm – nach den kommunalen Grenzen – beginnt.

Der Urlaub in St. Valentin

In St. Valentin finden Urlaubsgäste – wie nahezu in allen Orten des Südtiroler Schlerngebietes – ein breitgefächertes Angebot an Unterkünften vor, das für jedes Urlaubsbudget das Passende bietet. So sind hier einige Garnis, aber auch einige Hotels der gehobenen Klasse vorhanden. Bei dem oben erwähnten Hotel Gstatsch handelt es sich beispielsweise um ein Drei-Sterne-Hotel. Beim Hotel „Valentinerhof“, welches direkt an der Seiser Almstraße liegt, handelt es sich sogar um ein Vier-Sterne-Hotel. Wer hingegen einen Urlaub auf dem Bauernhof verbringen möchte, kommt in St. Valentin auch nicht zu kurz. Einige Bauernhöfe, beispielsweise der Zatzerhof, der sich in unmittelbarer Nähe zum St. Valentin-Kirchlein befindet, bieten Ferien auf dem Bauernhof an.

Kulinarisch können sich die Gäste und Besucher des Schlerngebietes in St. Valentin ebenfalls verwöhnen lassen. Hier sind einige Gaststätten und Hotels zu finden, die von der typischen Südtiroler Küche bis hin zu internationaler Kost einiges anzubieten haben.

St. Valentin-Kirche

Das wohl prägnanteste Bauwerk in St. Valentin ist die kleine Kirche, welche oberhalb von Seis am Schlern inmitten von grünen Wiesen steht. Sowohl am Tag als auch in der Nacht, wenn das Kirchlein eindrucksvoll beleuchtet wird, gibt dieses ein unverwechselbares und romantisches Bild ab. Das Kirchlein selbst, aber auch die Lage in den sattgrünen Wiesen der umliegenden Umgebung bringt es mit sich, dass dieses kleine Gotteshaus sowohl von Einheimischen als auch von Gästen aus dem Ausland für Traugottesdienste gewählt wird. Bedenkt man, dass der Heilige Valentin der Patron der Liebenden ist, ist dies für die zu Vermählenden ein weiterer Grund, das Kirchlein oberhalb von Seis am Schlern als Traukirche zu wählen.

Wer Gelegenheit hat, bei einem Besuch oder einem Urlaubsaufenthalt im Schlerngebiet, das St. Valentin-Kirchlein zu besuchen, der sollte dies unbedingt tun. Eine Bank direkt vor der Kirche lädt zum Verweilen ein. Von der Kirche selbst hat man zudem einen hervorragenden Blick auf Seis am Schlern, die Santnerspitze und die nähere Umgebung.

Die Kirche wurde bereits im Jahr 1244 erstmals urkundlich erwähnt. Allerdings ist heute von der damaligen Kirche nur noch der Kirchturm vorhanden. Die Kirche selbst wurde im Laufe des 14. Jahrhundert umgebaut und im Jahr 1353 erfolgte eine erneute Einweihung.

Sehenswert sind im Außenbereich die Fresken. An der Südseite der Kirche befinden sich etwa 600 Jahre alte Fresken, welche eine Kreuzigungsgruppe und St. Valentin, die Heiligen Drei Könige, eine thronende Muttergottes und das Schweißtuch der Heiligen Veronika darstellen. Im Inneren der Kirche sind ebenfalls die Fresken sehenswert. Die ersten Fresken stammen aus den Jahren um 1360 und wurden – wie auch die Außenfresken – von einem Bozner Meister gefertigt. Über den zuerst angebrachten Fresken wurden weitere Malschichten angebracht, sodass in den Jahren zwischen 1962 und 1972 insgesamt drei Malschichten zum Vorschein kamen. Besondere Beachtung sollten auch der  Flügelaltar und die Bilder an den Kirchenwänden erfahren. Diese zeigen die Stationen des Kreuzweges Jesu.

Pestkreuz

Im Schlerngebiet findet jährlich am Freitag nach Christi Himmelfahrt die Pestprozession statt. Mit dieser Prozession wird der Infektionskrankheit gedacht, die auch im Schlerngebiet eine große Anzahl an Opfern fordert. Im Rahmen der Pestprozession beten die Einheimischen, dass der „Schwarze Tod“ künftig der Region fern bleibt und kein Unheil mehr anrichtet.

Die Pestprozession beginnt bereits in den frühen Morgenstunden in Kastelruth und führt unter anderem nach St. Valentin. In St. Valentin befindet sich in den Wiesen der Fraktion – am Schererplatz – das Pestkreuz mit dem Pestfriedhof. Unterhalb des Pestkreuzes ist eine Tafel angebracht, mit der die Interessierten informiert werden, dass hier die Pestverstorbenen von 1636 ruhen. In der Nähe des Pestkreuzes ist auch ein Bildstock zu finden, welcher ebenfalls von dem Pestfriedhof zeugt. Wer zum Pestkreuz gelangen möchte, muss den Weg in die Wiesen hineinlaufen, welcher an der Seiser Almstraße in der Höhe des Hotels Valentinerhof linkerhand (also nördlich in Richtung Kastelruth) wegführt.

Wander- und Joggingwege

Wer einen seiner Urlaubstage nicht unbedingt auf der Seiser Alm verbringen möchte, dem bieten sich im Schlerngebiet rund um die Hauptorte Kastelruth, Seis am Schlern und Völs am Schlern reichlich Wander- und Spazierwege an, die es sich lohnt, zu gehen und die umliegende Landschaft zu genießen. St. Valentin spielt hierbei keine Ausnahme.

Empfehlenswert ist der Wanderweg, welcher im Dorfzentrum von Kastelruth beginnt und zunächst nach oben in östliche Richtung führt. Hierzu nimmt man die Straße, welche gegenüber den Saalstuben bzw. der Pizzeria Toni, abzweigt (Marinzenstraße) und läuft bis zum Wegmacher Hof. Hat man einmal die Anhöhe erreicht, führt die Straße relativ eben durch Wiesen bis zum Marienbildstöckl. Bei diesem Bildstock verlässt man die Straße und geht den Weg mit der Nummer 7, welcher durch den Pestfriedhof führt. Nach einem kurzen Stück überquert man die Seiser Almstraße und kann bis zum St. Valentin-Kirchlein weiterlaufen. Von diesem Gotteshaus kann man entweder wieder zurück nach Kastelruth oder bergab nach Seis laufen.

Der „Running Park“, welcher im Jahr 2010 auf der Seiser Alm und im Schlerngebiet eröffnet wurde, beinhaltet auch eine Laufstrecke in St. Valentin, den St. Valentin-Run. Dabei handelt es sich um einen leichten Streckenverlauf mit einer Gesamtlänge von 4,8 Kilometern. Der Weg beginnt in Kastelruth und führt über Wiesen, vorbei am Pestkreuz, bis zum St. Valentin-Kirchlein, um diese kleine Kirche herum und wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Käseproduktion in St. Valentin

In St. Valentin wird seit dem Jahr 2011 wieder ein ganz besonderes Handwerk ausgeübt, welches im gesamten Schlerngebiet bereits nahezu in Vergessenheit geraten ist – nämlich das Kasen. Am Fall-Hof hat die Familie Joachim Rier ihre bisherige reine Rinderzucht auch auf die Milchwirtschaft ausgedehnt. Die Veredelung der Milch erfolgt auf dem Hof in Form einer Käseerzeugung.

Die Kunst des Kasens hatte sich die Familie Rier vom Fall-Hof einerseits durch Autodidaktum, andererseits aber auch durch den Besuch von bäuerlichen Fortbildungseinrichtungen erworben. Die praktischen Erfahrungen konnten vom Learner-Hof in Deutschnhofen im Rosengartengebiet erlangt werden. Und so konnte schließlich im Januar 2011 mit der Käseproduktion begonnen werden.

Die Milchprodukte, welche am Fall-Hof produziert werden, werden am Kastelruther Bauernmarkt, welcher immer freitags von 08:30 Uhr bis 12:00 Uhr (von Anfang Juni bis Ende Oktober) am Kastelruther Dorf- bzw. Krausplatz stattfindet, angeboten. Zu den Käseprodukten zählen ein gereifter Lagerkäse genauso wie Frischkäse und die unterschiedlichsten Schnittkäsesorten. Wer möchte, kann die Käseprodukte auch direkt am Fall-Hof erwerben. Hierfür öffnet der Fall-Hof immer mittwochs von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Alternativ öffnet der Hof auch für den Verkauf und die Verkostung der Käsesorten nach vorheriger Vereinbarung.

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