Völser Aicha

Die Völser Faktionen Oberaicha und Unteraicha

Völser Aicha befindet sich in Südtirol und liegt geographisch am südlichen Rand des bekannten Schlerngebietes, dem beliebten Ferienparadies inmitten der Dolomiten. Völser Aicha wird in Oberaicha und Unteraicha untergliedert, wobei beide Orte jeweils eine Fraktion der Gemeinde Völs am Schlern sind.

Das Ortsgebiet von Völser Aicha - auf Italienisch: Aica di Fiè - liegt am Nordhang des Tierser Tales und befindet sich direkt an der Verbindungsstraße, welche vom Eisacktal über Tiers am Rosengarten und den Karerpass in das Fassatal führt. Oberaicha liegt auf einer Höhe von 860 Metern über dem Meeresspiegel. Unteraicha liegt in südwestlicher Richtung etwas – wie der Name bereits verrät – unterhalb von Oberaicha auf einer Höhe von etwa 772 Metern über dem Meeresspiegel. Obwohl Völser Aicha direkt an einer Panoramastraße liegt und auch einige Neubauten aufzuweisen hat, präsentiert sich der Ort und das umliegende Gebiet als eine naturnahe und gewachsene Kulturlandschaft, die vor allem auf die Gäste und Besucher einen besonderen Reiz ausübt.

Von den knapp 3.500 Einwohnern, die in der Gemeinde Völs am Schlern mit den dazugehörigen 14 Fraktionen leben, wohnen etwa 400 Bürger in Völser Aicha.

Der Name „Völser Aicha(ch)“ stammt aus bajuwarischer Zeit und zeugt davon, dass hier bereits die Römer eine Siedlung hatten.

Die Geschichte von Völser Aicha

Dort, wo heute zahlreiche Urlauber ihre schönsten Tage des Jahres verbringen und die unberührte Südtiroler Natur vorfinden, haben schon vor Jahrtausenden die Menschen das Gebiet als Anbau- und Siedlungsraum entdeckt. So hatten sich bereits vor etwa 6.000 Jahren Menschen in dem heutigen Ortsgebiet von Völser Aicha aufgehalten. Die Menschen hatten schon frühzeitig erkannt, dass die Gegend durch die flachen, terrassenartigen Flächen leicht zu beackern war. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Gegend durch das in Richtung Süden abfallende Gelände von der Sonne verwöhnt wird. Die Fruchtbarkeit des Bodens hatte bereits in der jüngeren Steinzeit (Neolithikum) zu einer Besiedlung dieser Gegend geführt. Dies konnte durch Funde belegt werden, die im Jahr 1978 im Rahmen von Grabungsarbeiten für die Bewässerungsanlage um Völser Aicha gefunden wurden.

Die ersten – jungsteinzeitlichen – Bauern haben sich vor dieser sehr langen Zeit um die Höfe Zafluner und Finger niedergelassen. Die Menschen legten damals kleinere Terrassierungsmauern für die Schaffung von Ackerflächen an. Auf diesen Äckern wurde Gerste angebaut. Rinder, Schafe und Ziegen konnten auf dem umliegenden Gebiet weiden.

Bis Völser Aicha erstmals urkundlich erwähnt wurde, dauerte es allerdings noch einige Jahrtausende. Denn Völser Aicha wurde in der „Chunradus von Saben“ im Jahr 1185 erstmals urkundlich erwähnt.

Die erste Erwähnung der ersten Höfe geht auf das 13. Jahrhundert zurück. In diesem Jahrhundert mussten die Höfe an die Herren von Völs, die von Schloss Prösels aus regierten, Lebensmittel abgeben und auch eine entsprechende Anzahl an Arbeitstagen leisten. Dies nannte man „Frondienste“.

Oberaicha

Von Völser Aicha ist Oberaicha der ursprüngliche Ort und damit der Hauptort. Dies merkt man alleine daran, dass sich hier neben der Pfarrkirche auch das Schul- und Vereinshaus und die Feuerwehr des Ortes befindet. Ebenfalls ist hier ein kleiner Ortskern bzw. das Ortszentrum zu finden.

Pfarrkirche zum Heiligen Johannes

Die Pfarrkirche von Völser Aicha ist dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht und wurde bereits im Jahr 1250 erstmals erwähnt. Aus dieser Zeit stammt noch der untere Teil des Turmes und die Apsis. Die an der Apsis befindlichen Fresken wurden von der Bozner Malerschule etwa um das Jahr 1420 gefertigt. Die Kirche, wie sie sich heute präsentiert, stammt aus dem Jahr 1620. In dieser Zeit wurde die Kirche (weitestgehend) neu erbaut. Sehenswert sind in der Kirche vor allem die Altarbilder und die Wandgemälde, welche von dem Maler Anton Psenner aus Ums etwa um das Jahr 1817 geschaffen wurden. Neben der Kirche befindet sich der Friedhof von Völser Aicha.

Die Kirche gehört zur Pfarre Völs am Schlern.

Direkt vor der Kirche befindet sich der Dorfbrunnen. An der Außenseite des Brunnens ist in großen Lettern „VÖLSER AICHA“ und das Wappen des Dorfes abgebildet.

Musikkapelle Völser Aicha

Wie in so vielen Orten Südtirols hat auch Völser Aicha eine eigene Musikkapelle. Die Musikkapelle wurde – wie die Besucher auch am Eingang des Schul- und Vereinshauses Völser Aicha auf einem Schild lesen können – bereits im Jahr 1857 gegründet. Die Einwohner von Völser Aicha sind stolz auf ihre Musikkapelle, die bereits auf eine so lange Geschichte zurückblicken kann. Allerdings spielte die Musikkapelle seit ihrer Gründung nicht durchgehend. So soll die Musikkapelle Völser Aicha nach einer mehrjährigen Pause am Kirchtag in Völser Aicha am 24.06.1920 wieder mit dem Musizieren begonnen haben.

Aufgrund des 150jähren Bestehens der Musikkapelle Völser Aicha gab es im Jahr 2007 ein großes, dreitätiges Fest. Hier wurde das Jubiläum der Kapelle gebührend gefeiert. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten – und darauf dürfte die Musikkapelle Völser Aicha besonders stolz sein – wurde eine Tafel überreicht, auf der Papst Benedikt XVI. der Kapelle herzliche Glückwünsche übermittelt. Der Kapelle wurde auch die neu restaurierte Fahne überreicht. Natürlich wurde im Rahmen der Feierlichkeiten – wer könnte dieses Stück besser präsentieren als die Musikkapelle Völser Aicha – auch der Marsch „Mein Gruß an Völser Aicha“ zum Besten gegeben.

Haus der Feuerwehr

Völser Aicha verfügt über eine eigene Feuerwehr. An der Straße, die zur Kirche hinaufführt, befindet sich ein kleines Stück vor dem Restaurant „Oachner Wirt“ auf der linken Seite das „Haus der Feuerwehr“.

Der Front-Hof

Wer das größte, aus Steinquadern erbaute Bauernhaus von ganz Südtirol sehen möchte, der muss nach Völser Aicha kommen. Hier befindet sich der Front-Hof, der inmitten der sonnigen Südhänge etwas unterhalb der Pfarrkirche von Völser Aicha zu finden ist und bereits im Jahr 1379 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Wer den Oachner Höfeweg wandert, der kommt unter anderem auch am Front-Hof vorbei. Schon von weitem ist der Front-Hof mit seiner 22 Meter breiten Fassade zu sehen. An den kleinen Fenstern, die von Sandstein umrahmt sind, befinden sich in den Sommermonaten Geranien. Damit bietet der historische Front-Hof ein einmaliges Bild, welches auch gerne als Fotomotiv herangezogen wird.

Das Wappen des Front-Hofes verrät, dass es sich bei dem Hof in früheren Zeiten einmal um einen größeren Weinhof gehandelt hat. Auf dem Wappen ist nämlich ein Rebstock mit einer Traube und einem Rebmesser abgebildet. Der Weinanbau wurde allerdings eingestellt, als in Zeiten der Not größere Vorräte an Weizen und anderer Getreidesorten erforderlich wurden. Heute nutzt der Front-Hof wieder die klimatisch günstigen Bedingungen, die die umliegende Gegend bietet, um Wein anzubauen. So werden heute die Sorten Blauburgunder, Sylvaner und Zweigelt wieder gekellert. Zum Front-Hof gehören sechs Hektar Wald und sieben Hektar Kulturgrund. Auf den Äckern bauen die Inhaber des Front-Hofes Blaukraut und die verschiedensten Arten von Gemüse, Kartoffeln (Erdäpfel) und Weißkraut (Kabis) an.

Im Erdgeschoss des Front-Hofes wird eine Ferienwohnung vermietet. Viele Besucher kommen allerdings zum Front-Hof, um sich im Buschenschank, welchen die Inhaber schon seit mehr als vier Jahrzehnten betreiben, kulinarisch verwöhnen zu lassen. Vor allem während der Törggelen-Zeit ist der Front-Hof ein beliebtes Ausflugsziel.

Unteraicha

Unteraicha ist eine Streusiedlung, die aus mehreren Höfen, zumeist Weinhöfen, besteht. Am oberen Ortsrand von Unteraicha erstrecken sich die Wiesen, Kastanienhaine und Obstanlagen, die sich bis hinauf nach Oberaicha erstrecken.

Der Oachner Höfeweg

Der Oachner Höfeweg ist ein Natur- und Wanderweg, welcher von Prösels nach St. Kathrein und damit auch durch Völser Aicha führt. Im Rahmen dieses Wanderweges, der als Rundweg gegangen werden kann, kommen die Wanderer an den uralten Bauerhöfen vorbei und durchwandern die zahlreichen Wälder. Von den einzelnen Wegabschnitten hat man hervorragende und unvergessliche Aussichten, unter anderem auf die Gemeinde Völs am Schlern, das Eisacktal mit dem gegenüberliegenden Ritten und auf Steinegg. Weitere Informationen zu dem Wanderweg können unter Oachner Höfeweg nachgelesen werden.

Der Urlaub in Völser Aicha

Wer seinen Urlaub inmitten der nahezu unberührten Natur verbringen möchte, für den ist Völser Aicha ein passender Urlaubsort. Einerseits ist das Wort „Massentourismus“ in Ober- und Unteraicha ein Fremdwort, andererseits bietet das Schlerngebiet mit der Seiser Alm und das benachbarte Rosengarten-Latemargebiet nahezu unbegrenzte alpine Betätigungsmöglichkeiten. Der Schlern, der Rosengarten, der Tschafon und der Latemar – alles bekannte Gipfel der von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichneten Dolomiten – liegen sprichwörtlich vor der Haustüre von Völser Aicha.

Die Südtiroler Landeshauptstadt Bozen ist sowohl mit dem eigenen Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in nicht einmal einer halben Stunde bequem zu erreichen.

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