Seis am Schlern

Seis am Schlern – Siusi allo Sciliar

Seis am Schlern – so heißt das knapp 2.000 Einwohner (Stand 31.12.2014: 1.994 Einwohner) zählende Dorf am Fuße der Seiser Alm. Und wer das Dorf noch nicht selbst besucht hat, kann die geographische Lage leicht anhand des Ortsnamens dem weit bekannten und beliebten Ferien- und Urlaubsparadies des Schlerngebietes zuordnen.

Seis liegt inmitten des Schlerngebietes zwischen den Orten Kastelruth und Völs auf einer Höhe von zirka 1.000 Metern über dem Meeresspiegel. Überragt wird Seis von der Santnerspitze, einem Berg, der sich unmittelbar neben dem Schlern befindet und seinen Namen von dessen Erstbesteiger Johann Santner erhielt.

Erstmals wurde der Ort in einem Handelsschreiben urkundlich in den Jahren 982 bis 987 erwähnt. Die Bischöfe von Brixen und Augsburg hatten in diesem Schreiben den Tausch von verschiedenen Ländereien des Schlerngebietes vereinbart. Doch nicht immer wurde der Ort mit „Seis“ bezeichnet. So wurde der Ort auch schon z. B. als Sevs, Suse, Sutsis und Siusis bezeichnet. Leider ist über die Geschichte von Seis nur wenig bekannt. Umso mehr und umso einfallsreicher erzählen Legenden, was in dem Bergdorf sich einmal ereignet haben soll. Eine Legende erzählt beispielsweise, dass die Seiser seit jeher fleißige Leute waren, deren Ort von den Wassern eines Sees östlich der Seiser Alm überschwemmt wurde.

Das Leben in Seis

Die Bürger von Seis verdienten ihren Lebensunterhalt seit Zeiten aus der Landwirtschaft. Dass dies so ist, fällt einem Besucher auch heute noch sehr schnell auf. Denn der Ort selbst ist noch sehr durch die Landwirtschaft geprägt und das Leben läuft hier noch sehr nach bäuerlichen Richtlinien ab. Dass auch die Touristik zu den Haupteinnahmequellen der Seiser zählt, hat den Ort nur wenig von seiner Ursprünglichkeit und seiner typischen Bergdorf-Atomosphäre genommen. Äußerst positiv muss erwähnt werden, dass die Fremdenverkehrseinrichtungen von Seis vorbildlich geführt werden.

Die umliegenden Höfe und Kirchen lassen die Vergangenheit des Ortes für die heutigen Besucher und Urlauber sprichwörtlich spürbar werden. Doch auch der technische Fortschritt und die Offenheit der Seiser für Neues kann an der einen oder anderen Stelle durchaus „erlebt“ werden.

Zum einen ist erwähnenswert, dass sich seit einigen Jahren in Seis die Talstation der modernen Umlaufbahn auf die Seiser Alm befindet. Diese zieht während des gesamten Jahres zusätzlich zahlreiche Touristen in den Ort. Der Autoverkehr auf die Seiser Alm wurde mit der Eröffnung der Umlaufbahn stark limitiert, so dass die Bahn mit der Talstation in Seis nun der nahezu einzige Weg ist, vom Schlerngebiet aus auf die Seiser Alm zu gelangen.
In Seis findet man sehr viele typische Südtiroler Restaurants, Kneipen und Cafés. Doch seit einigen Jahren befindet sich in der Nähe des Dorfzentrums auch ein Lokal, das neben süditiroler Gerichten auch mexikanische und texanische Gerichte anbietet. Im Peppers – dem etwas anderen Restaurant im Schlerngebiet, so wie es sich selbst bezeichnet – kann der Besucher in der mexikanisch/texanisch angehauchten Atmosphäre jedoch auch „nur“ ein Glas Südtiroler Rotwein genießen.

Für das Kulinarische ist in Seis also für Jung und Alt bestens gesorgt.

Die Entwicklung des Fremdenverkehrs

Die Einwohner von Seis hatten bis zum 20. Jahrhundert ein recht isoliertes Leben geführt. Die Infrastruktur, wie wir sie heute kennen, ließ es zur damaligen Zeit nicht zu, dass man ohne Weiteres in die nähere oder auch weitere Umgebung fahren konnte. So hatte es in Seis zunächst einige Bauerngüter gegeben. Es gab aber auch schon ein Gewerbegebiet am Frötschbach, wo es Schmieden in nahezu jeder Art gab. Vom Waffen- und Hufschmied bis hin zum Messer-, Schellen- und gemeinen Schmied waren hier alle Schmiedarten zu finden. Eine Gerberei, eine Lodenwalkerei und auch mehrere Mühlen und Sägen sorgten dafür, dass die Einwohner hier ihr Auskommen hatten.

Der Startschuss des Fremdenverkehrs fiel erst im Jahr 1887. In diesem Jahr wurde Seis am Schlern durch einen Fahrweg mit dem Zugbahnhof in Waidbruck verbunden. Von da an dauerte es „nur“ noch dreieinhalb Stunden mit der Kutsche, um nach Seis zu kommen. Und von diesem Angebot machte vor allem gut betuchte Urlaubsgäste Gebrauch, um in den Luftkurort am Fuße der Seiser Alm zu kommen. Die Crème de la Crème kam nach Seis, um sich hier zu erholen und vor allem die Sommerfrische zu genießen.

Zu den bekannten Gästen in Seis am Schlern zählte beispielsweise der König von Sachsen, der mit seiner Familie und dem gesamten Gefolge im Hotel Salegg in Seis residierte (noch heute erinnert die Königswarte bei der Laranzer Runde an die Besuche des Königs). Manche ließen sich in Seis allerdings nieder und haben Spuren hinterlassen, die man noch heute in Seis vorfindet. So hatte beispielsweise der polnische Pianist Ignaz Friedman Seis am Schlern als seine Wahlheimat gewählt und die Elite der internationalen Musikwelt nach sich gezogen. Heute ist Ignaz Friedman der Namensgeber der Musikschule in Seis.

Der Fremdenverkehr hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg komplett verändert. Während bis dahin ausschließlich die oberen Zehntausend nach Seis kamen, um hier den Urlaub zu verbringen, konnten fortan auch alle Normalverdiener in das kleine Bergdorf kommen. Seitdem ist der Fremdenverkehr eine bedeutende Einnahmequelle der Einheimischen.

Heute gibt es ein umfassendes Angebot an passenden Unterkünften, die jedem Anspruch und jedem Urlaubsbudget gerecht werden. Daher lockt Seis am Schlern mit der Seiser Alm nahezu ganzjährig zahlreiche Besucher an, die hier ihre schönste Zeit des Jahres verbringen  möchten und inmitten der Dolomiten – welche 2009 von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet wurden – Erholung suchen und finden.

Die Burgruinen

Etwas oberhalb von Seis befinden sich vom Ort aus zwei gut sichtbare Burgruinen – die Burgruine Hauenstein und die Ruine Salegg.

Die damalige Burg Salegg, unter Heinrich von Saleck im Jahr 1154 erstmals urkundlich erwähnt, hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Besitzer. Darunter unter anderem die Bischöfe von Trient, die Bischöfe von Brixen und Christoph Freiherr von Wolkenstein. Auch wenn die Ruine heute von Seis aus betrachtet einen sehr historischen Eindruck vermittelt, hat diese nicht sehr viel zu bieten. Die Burg war noch niemals bewohnbar und bietet heute nicht mehr als ein paar historische Gemäuer.

Etwas jünger ist – geht man nach der urkundlichen Erwähnung – die Burg Hauenstein. Erstmals wurde sie im Jahr 1186 erwähnt. Oswald von Wolkenstein, ein spätmittelalterlicher Dichterkomponist soll – da auch Eigentümer der Burg - auf Hauenstein längere Zeit gelebt haben. Heute gehört Hauenstein, die im 17. Jahrhundert zur Ruine verfiel, zum Besitz der Diözese Bozen-Brixen.

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