Kastelruth

Kastelruth im Schlerngebiet

Kastelruth ist mit ungefähr 6.900 Einwohnern (Stand 31.12.2016: 6.872 Einwohner) der größte Ort im Schlerngebiet und umfasst insgesamt zwölf Fraktionen. Fraktionen der Marktgemeinde Kastelruth sind unter anderem auch der beliebte Urlaubsort Seis am Schlern und die Seiser Alm – das bekannte Hochplateau und Ferienparadies in den Dolomiten. Das Bergdorf ist nicht nur der größte Urlaubsort, sondern wohl auch der bekannteste am Fuße der Seiser Alm.

Kastelruth selbst ist nicht nur wegen seiner hervorragenden Lage im Schlerngebiet einen Besuch wert. In einer knappen Autostunde erreicht man Kastelruth von der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen aus. Castelrotto – so wie Kastelruth auf Italienisch heißt – liegt nordöstlich von Bozen. Schon wenn man in den Ort fährt, ist die malerische Schönheit des Dorfes zum Greifen nahe. Das Dorf liegt wie in einem Bilderbuch auf einer Höhe von etwa 1.000 Metern über dem Meer und der Kastelruther Kirchturm ragt unübersehbar über den ganzen Ort. Im Hintergrund sind die Dolomiten zu sehen und verleihen Kastelruth das einmalige Flair.

Die Geschichte von Kastelruth

Kastelruth hat eine lange Geschichte. Ein Dokument aus dem 10. Jahrhundert, mit dem ein Handelsabkommen zwischen den Bischöfen von Brixen und Augsburg geschlossen wurde, nennt bereits den heute beliebten Urlaubsort. Doch die Gründung des Bergdorfes selbst soll schon in der Römerzeit erfolgt sein.

Der Name Kastelruth kommt aus dem Lateinischen. Aus „Castellum Reptum“ – das übersetzt „zerfallenes Schloss“ bedeutet, ist der heutige Name „Kastelruth“ entstanden. Heute ist allerdings kein Schloss oder eine Burg in Kastelruth zu finden. Aufgrund des heutigen Ortsnamens kann man davon ausgehen, dass hier einmal eine Burg oder Schloss gestanden haben soll. Am Kofel – einer Anhöhe, die in nur wenigen Gehminuten vom Kastelruther Dorfplatz zu erreichen ist – sind heute noch Reste einer Kapelle vorhanden. Es lohnt sich – gerade für Besucher, die sich nur kurz in dem Ort aufhalten – auf den Kofel zu gehen. Von dort hat man einen herrlichen Blick auf Kastelruth und die umliegenden Dörfer (s. eigener Beitrag – Kastelruth, Kalvarienberg).

Malerisch schön im wahrsten Sinne des Wortes

Der Ort Kastelruth ist ein wunderschönes Dorf, das die typischen Charakterzüge eines mittelalterlichen Dorfes hat. Die Häuser liegen eng nebeneinander und das Leben spielt sich hauptsächlich am Dorfplatz (dem so genannten Krausplatz), dort wo auch die Kirche mit ihrem imposanten Kirchturm steht, ab. Sonntags kann man die Kastelruther beobachten, wie sie in Ihrer Festtracht in die Kirche gehen. Dabei hat man den Eindruck, dass hier die Zeit stehen geblieben ist und – wie auch noch heute – schon die vergangenen Generationen in dem Ort gelebt haben. Die Menschen in Kastelruth und im Schlerngebiet schaffen es auf vorbildlichste Weise, Tradition und Moderne mit einander zu kombinieren und dabei so gut wie nie den tiroler Stil zu vernachlässigen.

Dass Kastelruth ein malerisch schöner Ort ist, kann man sprichwörtlich nehmen. Schon beim ersten Besuch von Kastelruth steht man schnell vor den vor allem im Dorfzentrum wunderschön bemalten Häusern. Es ist sofort auffallend, mit welcher Liebe und Hingabe die Fassaden verschönert wurden. Dass dies so ist, hat der heutige Urlaubsort vor allem einem zu verdanken – Eduard Burgauner. Der im 19. Jahrhundert geborene Sohn eines Bäckers hatte sich zum Lebensziel gesteckt, ganz Kastelruth ein großes Kunstwerk werden zu lassen. Und so kam es, dass zahlreiche Fassaden mit unterschiedlichsten Motiven bemalt und mit zahlreichen Sprüchen und Lebensweisheiten versehen wurden. Daher kann man ruhigen Gewissens behaupten, dass Kastelruth im wahrsten Sinne des Wortes malerisch schön ist.

Kirche und Kirchturm – der Dom der Dolomiten

Ist man einmal in Kastelruth, lohnt es sich auch einmal die Kirche, die direkt am Dorfplatz steht, zu besichtigen. Das Gotteshaus wurde dem Heiligen Peter und Paul geweiht und das Kirchenschiff ist getrennt vom Kirchturm erbaut.

Der 24.05.1753 war für Kastelruth ein schwarzer Tag. An diesem Tag wütete ein großes Feuer, in dessen Flammen auch der Kirchturm zerstört wurde. In der Folgezeit wurde der Kirchturm wieder erreichtet. Er wurde jedoch so groß errichtet, dass er heute im Vergleich zu der Dorfgröße überdimensioniert wirkt. Aus diesem Grund wird er auch der „Dom der Dolomiten“ genannt. Diesen Beinamen hat der Kastelruther Kirchturm nicht von ungefähr, denn er ist der höchste Kirchturm von ganz Südtirol.

Der Kirchturm wurde im Jahr 2007 renoviert. Interessierte Besucher können den Kirchturm während einer Führung besichtigen und dabei bis zur Kirchturmspitze aufsteigen. Von hieraus hat man einen einmaligen Blick auf Kastelruth bis weit in das Umland hinein.

Bekanntheit durch die Kastelruther Spatzen

Der Ort Kastelruth hat seinen Bekanntheitsgrad in den letzten drei Jahrzehnten durch seine „Spatzen“ enorm steigern können. Die Kastelruther Spatzen sind eine Musikgruppe, die die volkstümliche Musikszene im europäischen Sprachraum seit geraumer prägt und – da sie ihren Ortnamen, aus dem sie kommen, in ihrem Gruppennamen tragen – auch weit bekannt gemacht haben.

Highlights während des Jahres sind zweifelsfrei die Open-Air-Konzerte, die die Gruppe in ihrem Heimatort immer im Juni gibt und das Edelmetallfest bzw. Spatzenfest, das immer am zweiten Oktoberwochenende stattfindet. Tausende von Fans nehmen die Konzerte zum Anlass, mit einem Urlaub im Schlerngebiet zu verbinden. Gerade zu den Zeiten, zu denen die Kastelruther Spatzen Konzerte geben, ist der Ort voll von Spatzen-Fans. Eine große Südtiroler Tageszeitung hat nicht umsonst schon einmal vor Jahren die Frage gestellt, ob sich Südtirol in Kastelruth befindet. Wer also seinen Urlaub im Schlerngebiet etwas ruhiger verbringen möchte, sollte die Zeiten, in denen die Konzerte von den „Dolomiten-Beatles“ (Schlagzeile einer großen deutschen Boulevardzeitung) gegeben werden, meiden.

Fans und Anhänger der Kastelruther Spatzen können sich die Auszeichnungen, Ehrungen und Fangeschenke im Spatzenmuseum, welches sich in der Dolomitenstraße befindet, ansehen. Kombiniert ist das Spatzenmuseum mit dem Spatzenladen, in dem zahlreiche Spatzen-Souvenirs erworben werden können.

Gute Verkehrsverbindungen

Kastelruth bietet eine gute Verkehrsverbindung auf die Seiser Alm an. Die Alm ist für die Urlauber das nahezu tägliche Ausflugsziel. Die Seiser Alm bietet für die Urlauber, Wanderer und Sportfreudigen – egal zu welcher Jahreszeit – ein schier unerschöpfliches Betätigungsfeld. Entweder kann man die Seiser Alm direkt mit dem Buxi (der Name entstand aus Bus und Taxi und bezeichnet, dass die Busverbindungen mit dem Komfort eines Taxis verbunden sind) erreichen oder man lässt sich bequem zur Talstation der Almbahn in Seis fahren. Von dort ist man in ca. 20 Minuten direkt am Compatsch, der als „Tor zur Seiser Alm“ bezeichnet werden kann.

Die Fremdenverkehrseinrichtungen sind in Kastelruth vorbildlich und lassen jeden Aufenthalt für die Besucher angenehm, erholsam und kurzweilig werden.

Daten zu Kastelruth

Zu Kastelruth gehören die zwölf Fraktionen Kastelruth (Dorf), Seis am Schlern, Seiser Alm, St. Oswald, St. Vigil, St. Valentin, St. Michael, Tisens, Tagusens, Überwasser (Sureghes), Runggaditsch (Roncadizza bzw. Runcadic) und Pufels (Bulla). Bei den letzten drei aufgezählten Fraktionen handelt es sich um ladinische Fraktionen; hier spricht der Großteil der Einwohner die Ladinische Sprache. Kastelruth selbst liegt innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern.

Von den knapp 6.500 Einwohnern haben nach der letzten Volkszählung im Jahr 2001 81,8 Prozent Deutsch, 3,4 Prozent Italienisch und 14,7 Prozent Ladinisch als Muttersprache.

Das Gemeindegebiet von Kastelruth erstreckt sich von einer Höhe von 400 Metern über dem Meeresspiegel und hat seinen höchsten Punkt auf einer Höhe von 2.958 Metern über dem Meeresspiegel. Das Dorfzentrum von Kastelruth liegt auf einer Höhe von etwa 1.000 Höhenmetern.

Die Partnerschaftsgemeinden von Kastelruth sind Matrei in Osttirol und Rottach-Egern im oberbayerischen Landkreis Miesbach.

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