St. Vigil Kastelruth

Sankt Vigil, Seis

Sankt Vigil ist ein Weiler (eine Fraktion) von Kastelruth und liegt in einer wunderbaren Lage unterhalb des beliebten Urlaubsortes Seis am Schlern, der der Seiser Alm ihren Namen gab. Der Nachbarort von St. Vigil ist St. Oswald, ebenfalls ein Weiler von Kastelruth.

Vieles gibt es über St. Vigil nicht zu berichten, da der Ort mehr oder weniger nur aus einigen Höfen und einer Kirche besteht. Die Höfe selbst sind weit über das Gebiet verstreut, so dass es keinen „echten“ Ortskern gibt. In der Kastelruther Fraktion St. Vigil leben etwas mehr als 100 Einwohner (Stand am 31.12.2018: 101 Einwohner).

Seltene Ruhe

Wer allerdings seinen Urlaub im Schlerngebiet verbringt, sollte sich St. Vigil dennoch einmal ansehen. Der Weiler kann nur über einspurige Straßen erreicht werden und ist von einer herrlichen Naturlandschaft umgeben. Saftig grüne Wiesen und die im Süden in den Himmel ragende Santner- und Euringerspitze prägen das Bild von St. Vigil.

Die einmalige Ruhe, die der Ort aufgrund des äußerst geringen Straßenverkehrs ausstrahlt, sucht sicherlich ihresgleichen. Daher wählt so mancher Erholungssuchende St. Vigil als Urlaubsort aus. Hier kann man einen Urlaub inmitten der herrlichen, unberührten Südtiroler Natur erleben und genießen.

Das Heubad in St. Vigil am Verleierhof

Das gesamte Schlerngebiet ist für sein Heubad bekannt. So hat sich beispielsweise Völs am Schlern wegen der Heubäder als Kurort etabliert und ist als solcher weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt geworden.

Schon zeitig merkten die Bauern, die während der Heumahd harte Arbeit erbringen mussten und nachts auf dem frisch gemähten Heu ruhten, dass dieses eine erholende und regenerierende Wirkung hervorrief. Am Morgen war jeweils die Müdigkeit der harten Arbeit wie weggeblasen.

Im „Vigiler Heubadl“ Verleierhof in St. Vigil werden von Mitte Juni bis Mitte September Heubäder angeboten. Im frisch gemähten Heu, welches direkt von der Seiser Alm kommt (das Heu muss von einer Höhe oberhalb von 1.500 Metern über dem Meer stammen), können die Gäste ein Bad nehmen. Dieses frische Heu entschlackt und entgiftet den Körper, fördert das generelle Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem.

Und wer einen typischen „Urlaub auf dem Bauernhof“ verbringen möchte, ist auch am Verleierhof genau richtig. Ganzjährig ist der Verleierhof hier für seine Gäste geöffnet.

Die Kirche von Sankt Vigil

In einer Senke ist die Kirche von Sankt Vigil erbaut. Gar mancher Besucher stellt sich daher sofort die Frage, weshalb gerade dieser Ort für die Kirche ausgesucht wurde. Darüber ist heute allerdings nichts bekannt.

Bekannt ist, dass die Kirche von Sankt Vigil erstmals im Jahr 1353 erbaut und in der Folgezeit aufgrund eines Erdrutsches vollständig zerstört wurde. Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche im spätgotischen Stil neu erbaut. Auf einer Informationstafel direkt vor der Eingangstür der Kirche ist zu lesen, dass der Kirchenbau möglicherweise im Zusammenhang mit einem alten Wasserkult steht.

Im Kircheninneren ist der Flügelaltar, welcher aus dem Jahre 1878 stammt sehenswert. Aber auch die grotesken Masken und Figuren sollten besichtigt werden. An einer Mauerecke ist eine virtuos gemeißelte Fratze (Abbild eines Wilden Mannes) erwähnenswert.

In der Vergangenheit wurde in St. Vigil der Kirchtag immer am 26. Juni eines Jahres gefeiert. Dies ist das Patrozinium des Heiligen Vigilius, also dem Namenspatron der Kirche und damit auch des Ortes. Wie aus einem Protokoll des Pfarrgemeinderates nachzulesen ist, schlug der damalige Pfarrer vor, den Kirchtag zu verschieben. Einerseits war der Kirchtag an einem Werktag nicht gerade passen, andererseits sind die Bauern von St. Vigil immer mit der Heuernte beschäftigt. Man wählte als Alternative den zweiten Sonntag nach Ostern, den Tag der Diözesanpatrone Kassian und Vigilius. Dies deshalb, weil eine Glocke im Glockenturm der Kirche dem Heiligen Kassian geweiht ist.

Pfilgener Musig

Am Kirchtag von St. Vigil spielt seit dem Jahr 1964 die „Pfilgener Musig“ auf und umrahmt das Fest musikalisch. Bei der „Pfilgener Musig“ handelt es sich um einige Bewohner von St. Vigil, die damals Spaß am Musizieren hatten. Zwar gab es nicht sehr viele Auftritte außerhalb des Kirchtags, doch die Pfilgener Musig gibt es noch heute, sodass diese im Jahr 2014 ihr 50jähriges Bestehen feiern konnte.

Die Pfilgener Musig begleitet seit den 1970er Jahren bei der Messfeier auch den Seiser Kirchenchor. Unterstützt werden die Pfilgener durch Bläser der Seiser Musikanten.

Die Legende um die Kirche von Sankt Vigil

Die außergewöhnliche Lage der Kirche von Sankt Vigil hat schon eine Legende ins Leben berufen. Diese besagt, dass St. Vigil damals in der „Goldenen Stadt Trost“ (dies liegt noch heute oberhalb von Seis am Schlern) stand. Die Menschen in St. Vigil führten jedoch ein sündiges Leben, weshalb nach dem Willen Gottes St. Vigil von kolossalen Erd- und Wassermassen ins Tal gerissen wurde um für immer ausgelöscht zu werden. Nur die Kirche kam genau an jenem Platz zum stehen, wo sie noch heute unversehrt zu finden ist und so manch einen Besucher über deren Ort zum Grübeln bringt.

Die Malenger Mühle

Wer sich einmal ansehen möchte, wie die Müller damals ihr Mehl selbst hergestellt haben, dem ist ein Besuch der Malenger Mühle zu empfehlen. Die Malenger Mühle hat bereits das stolze Alter von mehr als einem halben Jahrtausend vorzuweisen. Trotz dieses hohen Alters ist die Mühle noch voll funktionstüchtig und wird von dem ansässigen Müller für die Herstellung des Eigenbedarfs genutzt.

Bei der Malenger Mühle handelt es sich um die einzig übrig gebliebene Mühle im Schlerngebiet, die die letzten Jahrhunderte unbeschadet „überlebt“ hat und die noch heute voll funktionsfähig ist. Sofern der ansässige Müller Zeit dazu hat, erklärt er interessierten Gästen, wie die Mühle funktioniert. Siehe hier eigenen Beitrag: Die Malenger Mühle. Direkt bei der Malenger Mühle befindet sich auch eine Buschenschänke, welche im Herbst 2013 eröffnet wurde. Von Mitte April bis etwa Mitte Dezember wird man hier an den Wochenenden im Flair einer typisch südtirolerischen Stube kulinarisch verwöhnt.

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