Hans Steger

Hans Steger – der Pionier beim Klettern und Skifahren

Als Hans Steger im bayerischen Burghausen im Jahr 1907 das Licht der Welt erblickte, konnte wohl niemand erahnen, dass in seinem späteren Leben die Seiser Alm sein Lebensmittelpunkt werde würde. Es lag auf der Hand, dass er den Beruf seines Vaters, den Beruf des Tischlers einmal erlernen und auch ausüben würde.

Um Kenntnisse im Beruf des Tischlers zu sammeln, machte er sich damals zu einer Auslandsreise auf. Er ging „auf die Walz“, was schon zur damaligen Zeit in Deutschland für die Karriere eines Handwerkers so gut wie unerlässlich war. Wollte man einen Meistertitel erlangen, wurde sogar ein schriftlicher Nachweis über die Wanderjahre gefordert.

Der Weg von Hans Steger führte zunächst nach Tunesien. Doch für seinen Handwerkerberuf hatte er nicht viel übrig. Und so war es sein Ziel, so schnell wie möglich das Geld für die Rückreise zu verdienen. Dieses verdiente er sich allerdings nicht mit Tischlertätigkeiten, sondern mit dem Zählen von Kamelen. Als er die Rückreise antreten konnte, führte ihn sein Weg zunächst nach Rom. In Rom übte er seinen Tischlerberuf wieder aus. Die Ansichtskarte seines Bruders, die dieser ihm zusandte, gab letztendlich die nächste Station vor. Die Ansichtskarte zeigte ein Bild vom Schlern, war in ihm den Wunsch weckte, wieder zu den Bergen zurückzukehren. Daher hieß seine nächste Station Bozen.

Die Freizeit in Bozen

Die Freizeit, die er während seiner Arbeit in Bozen bekam, nutzte Hans Steger für ausgiebige Klettertouren in den Dolomiten. Bei einer dieser Touren lernte er seine spätere Frau Paula Wiesinger kennen. In den Jahren 1928 und 1929 machten sich Hans und Paule einen Namen, als sie die schwierigsten Klettertouren zusammen meisterten. Zu den Touren zählten die Einserkofel-Nordwand, die Große Zinne (Nord-Ostwand, die Winkler-Turm-Südwand, die Direkte-Rosengarten-Nordwand) und viele andere.

Schließlich ließ sich Hans Steger, zusammen mit Paula auf der Seiser Alm nieder. Hans Steger wurde bald aufgrund seiner Kletterkünste als „Freikletterer“ weit über die Grenzen Südtirols hinaus bekannt. Sogar König Albert von Belgien mit Sohn Leopold wählte Hans Steger dazu aus, sie als Bergführer zu den schwierigsten Steigen der östlichen und westlichen Alpen zu begleiten.

Im Winter war Hans Steger als Skilehrer tätig. Auch in diesem Sport ging Hans Steger voll und ganz auf. Paula Wiesinger war seine erste Schülerin, die er dermaßen gut zu schulen wusste, dass diese im Jahr 1932 den Weltmeistertitel in der Abfahrt in Cortina holte. 1932 wurde Hans Steger auch zum Trainer der Alpin-Nationalmannschaft berufen und hatte hier ebenfalls alle möglichen Titel, Trophäen und Auszeichnungen geholt.

Gastbetriebe auf der Seiser Alm

Auch in verschiedenen Gastbetrieben der Seiser Alm war Hans Steger tätig. Zusammen mit seiner Frau Paula hatten Sie das Hotel Steger Dellai aufgebaut, welches heute zu den gehobenen Hotels der Seiser Alm zählt.

Im Jahr 1989 ist Hans Steger gestorben.

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