Wegkreuze und Bildstöcke

Zahlreiche Wegkreuze und Bildstöcke im Schlerngebiet

Wer mit offenen Augen durch das Schlerngebiet geht bzw. aufmerksam die Landschaft betrachtet, dem fallen die zahlreichen Wegkreuze und Bildstöcke auf, die über das gesamte Gebiet verteilt sind. Sie stehen an den verschiedensten Orten, sind teilweise unscheinbar und doch sind sie wesentlich für das Landschaftsbild mit verantwortlich, welches sich sowohl auf der Seiser Alm als auch im umliegenden Schlerngebiet bietet.

Bei Bildstöcken handelt es sich um christliche Andachtsstätten, in denen Kruzifixe oder Figuren von Heiligen aufbewahrt werden. Die Bildstöcke – im Schlerngebiet auch Bildstöckl genannt – bestehen in den meisten Fällen aus einem steinernen massiven Aufbau mit einem Schindeldach. Der Steinbau hat eine Nische, die größtenteils mit Fresken dekoriert ist. Im Stil jener Zeit, zu der die Fresken gefertigt wurden, wird in den meisten Fällen das Leiden Jesu Christi, Maria mit dem Kind Jesu oder andere Motive aus der Bibel dargestellt.

Wegkreuze hingegen sind überdachte Kruzifixe. Auch sie wurden als Andachtsstätten errichtet. Überwiegend sind an den Wegkreuzen Texttafel zu finden, die einfach zu einem Gebet animieren, die Namen der Stifter tragen oder an ein bestimmtes Ereignis erinnern. Oft werden in den Bergen die Wegkreuze an jenen Stellen aufgestellt, an denen jemand ums Leben gekommen ist. Im Schlerngebiet kann man an Wegkreuzen oft folgenden Spruch lesen:

Mein Freund, wo gehst du hin? Vergiss nicht, dass ich Dein Erlöser bin.
Dass ich so viel gelitten hab für Dich, daher bleib stehn und grüße mich.

Die Wegkreuze und Bildstöcke haben im Schlerngebiet eine sehr lange Tradition. Sie verbinden die religiöse Tradition und die bäuerliche Kultur.

Zur Ehre Gottes

Schon seit Urzeiten errichten Menschen, vor allem in den Berggebieten, die religiösen Wegzeichen. Aus welchem Grund die einzelnen Wegkreuze und Bildstöcke auch immer errichtet wurden, eines haben sie alle gemein – sie wurden „zur Ehre Gottes“ errichtet. Gleichzeitig zeugen sie von der Frömmigkeit und der tiefen Gläubigkeit, die bei den Menschen hier gegeben ist.

Teilweise sind sich die Besucher des Schlerngebietes gar nicht richtig bewusst, welche Wirkung die Wegkreuze und Bildstöcke auf sie haben. Doch durch sie wird die Gegenwart Gottes symbolisiert und sie fordern zum Verweilen, zur Besinnung und zum Gebet auf.

Im Alpenraum haben die Menschen im 14. Jahrhundert begonnen, die Wegkreuze und Bildstöcke aufzustellen. Damit wurden auch im Schlerngebiet im 14. Jahrhundert erstmals die Wegkreuze und Bildstöcke aufgestellt. Und diese gibt es bis zum heutigen Tage reichlich!

Heimatverbundenheit und Bodenständigkeit

Die Wegkreuze und Bildstöcke zeugen von dem einst rein bäuerlich geprägten Leben im Schlerngebiet. Sie sind zudem ein Ausdruck von Heimatverbundenheit und Bodenständigkeit, die die Menschen in diesem Gebiet rund um die Seiser Alm einst prägten und die diese Attribute auch heute noch größtenteils leben.

Wer den tieferen Sinn der Wegkreuze und Bildstöcke erfahren möchte, der kann dies nicht im flüchtigen „Vorbeigehen“ tun. Vielmehr sollten sich die Interessierten die Zeit und Muße nehmen, die kleinen Kunstwerke näher zu betrachten. Denn wer mehr über Gott, das Schlerngebiet und über die Menschen, die hier lebten und leben erfahren möchte, dem bieten die Wegkreuze und Bildstöcke hierzu eine hervorragende Möglichkeit. Sie stellen eine Verbindung zwischen Glauben, Einheimischen und der Landschaft her.

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