Ruine Hauenstein

Die Burgruine Hauenstein bei Seis

Etwas oberhalb von Seis am Schlern im Schlerngebiet befindet sich die Ruine Hauenstein. Die Burg ist von Seis aus in dem Waldgebiet am Fuße der Santnerspitze deutlich zu erkennen. Wer sich einmal in Seis aufhält bzw. seinen Urlaub im Schlerngebiet verbringt, sollte sich die Burgruine einmal ansehen. Nicht nur die Burgruine Hauenstein selbst ist den Spaziergang dorthin wert. Auch der Ausblick, welcher sich von der Burganlage auf Seis und St. Valentin bietet, ist sehr zu empfehlen. Die Burganlage ist für Besucher und Interessierte frei zugänglich.

Erbaut wurde die Burg Hauenstein auf einem isolierten Dolomitenblock auf einer Höhe von 1.273 Metern über dem Meeresspiegel. Jener Dolomitenblock brach zu Urzeiten aus der Santnerspitze bzw. dem Schlernzacken, wie die Santnerspitze vor der Erstbesteigung durch Johann Santner bezeichnet wurde, heraus. Der Ort selbst, auf dem die Burg erbaut wurde, lässt vermuten, dass dieser zu Verteidigungszwecken gewählt wurde. Denn der Standort an sich weist eine doch eher unfreundliche Lage – insbesondere unter Beachtung der Entstehungszeit im 12. Jahrhundert – auf. Auch war das Gebiet rund um den Standort der Burg Hauenstein sicherlich nur sehr gering gefährdet, von Feinden eingenommen zu werden.

Die Geschichte der Burg Hauenstein

Wann genau die Burg Hauenstein erbaut wurde, kann heute nicht mehr genau nachvollzogen werden. Man geht davon aus, dass Hauenstein im 12. Jahrhundert erbaut wurde; die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1186. Hauenstein ist ein Lehen des Bischofs von Brixen.

Es konnte nachvollzogen werden, dass ein Herr Eckhard von Villanders im Jahr 1367 auf der Burg Hauenstein lebte. Dessen Enkelsohn ist der berühmte Minnesänger und Dichter Oswald von Wolkenstein, der die Burg Hauenstein zunächst zu einem Drittel erbte. Die anderen zwei Drittel der Burg erbte der Ritter Martin Jäger.

Die Heirat Oswald von Wolkensteins mit Margarete von Schwangau im Jahr 1417 brachte es jedoch mit sich, dass er ein standesgemäßes Haus benötigte. Daher wollte er die Burg Hauenstein vollumfänglich besitzen. In der Folgezeit entstand zwischen Oswald von Wolkenstein und Martin Jäger ein intensiver Streit um das Eigentum der Burg Hauenstein. Oswald von Wolkenstein sah sich vor allem deshalb als alleiniger Eigentümer von Hauenstein, da er die Abgaben von den Bauern einholte. Der Streit konnte im Jahr 1427 zu Gunsten von Oswald von Wolkenstein beigelegt werden. Er galt nach dem Streit und der Zahlung einer Abfindung von 500 Gulden an Martin Jäger als alleiniger Eigentümer der Burg Hauenstein.

Nachdem Oswald von Wolkenstein alleiniger Eigentümer der Burg Hauenstein war, nutzte er die Burg als Nebenwohnsitz. Er verbrachte längere Zeitabschnitte auf der Burg und soll hier auch das bekannte Hauensteinlied geschrieben und komponiert haben.

Eine Erweiterung der Burg Hauenstein erfolgte im 15. und 16. Jahrhundert. Am 01. Januar 1551 erwarb Christoph Freiherr von Wolkenstein die Burganlage.

Nachdem die Burg Hauenstein ab dem 17. Jahrhundert immer mehr zur Ruine verfallen ist, wurde diese in den Jahren 1976/1977 restauriert. Dadurch wurde sie vor dem weiteren Verfall bewahrt und in ihrer damaligen Verfassung erhalten.

Heute gehört die Ruine Hauenstein der Diözese Bozen-Brixen.

Wanderempfehlung

Empfehlenswert ist, die Ruine Hauenstein über den Oswald von Wolkenstein-Weg zu besichtigen. Dieser Wander- bzw. Spazierweg streift sowohl die Ruine Hauenstein als auch die Ruine Salegg. Der Weg beginnt und endet direkt am Parkplatz der Seiser Almbahn (Talstation). Für den Weg sollte man sich etwa zwei Stunden Zeit nehmen – s. auch: Oswald von Wolkenstein-Weg.

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