Archäologische Dauerausstellung Völs

Archäologie in Völs und Umgebung

Bei der Friedhofskapelle, welche sich direkt bei der Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ in Völs befindet, handelt es sich um einen zweigeschossigen Bau. In der oberen Etage befindet sich das Pfarrmuseum. In der unteren Etage wurde mit der archäologischen Dauerausstellung eine weitere Ausstellung eröffnet, die im Rahmen einer Führung durch das Pfarrmuseum inbegriffen ist. Wann das Pfarrmuseum bzw. die archäologische Dauerausstellung besichtigt werden kann und wann die Führungen stattfinden, kann im Informationsbüro von Völs am Schlern erfragt werden.

In der archäologischen Dauerausstellung von Völs werden zahlreiche Funde gezeigt, die im Schlerngebiet gefunden wurden und davon zeugen, dass das Gebiet rund um die Seiser Alm schon vor Jahrtausenden besiedelt war. Aber nicht nur über die Funde wird im unteren Teil der Friedhofskapelle einiges ausgestellt. Interessante, sorgfältig zusammengetragene Informationen über die einzelnen Zeitepochen – natürlich stets mit Bezug auf Völs und die weiteren Orte des Schlerngebietes – werden auf Hinweistafeln ausführlich beschrieben. Damit wird die Ausstellung der Funde hervorragend abgerundet.

8. Jahrtausend vor Christus

Bereits vor etwa 10.000 Jahren hielten sich die Menschen in dem Völser Gebiet auf. Das Ende der Eiszeit brachte es mit sich, dass Jägergruppen die eisfreie Seiser Alm als bedeutsames Jagdrevier entdeckten. Und so zeugen heute Funde, die in der Dauerausstellung gezeigt werden, davon, dass sich mesolithische Jäger und Sammler im Schlerngebiet aufhielten.

Die bäuerliche Lebensweise hielt im 6. Jahrtausend vor Christus im Schlerngebiet Einzug. Die Menschen haben begonnen, ihre Lebensweise so umzustellen, dass sie sich an einem Ort längerfristig niedergelassen haben. Sie begannen Hülsenfrüchte und Getreide anzubauen und Haustiere zu halten. Der Beginn der Landwirtschaft erforderte zudem umfangreiche Bodenarbeiten, die am Völser Dorfhügel – Widumanger – durchgeführt wurden. Die Lage und die Bodenbeschaffenheit, wie sie insbesondere im Völser Aicha vorzufinden sind, sind nach heutigen Erkenntnissen der Grund dafür, dass das Gebiet auch während der Bronze- und Eisenzeit landwirtschaftlich genutzt und besiedelt wurde.

Bronzezeit (Ende 3. bis 2. Jahrtausend vor Christus)

Die Gegenstände, welche aus der Bronzezeit gefunden wurden und in der Dauerausstellung zu sehen sind, stammen vorwiegend aus dem Gebiet zwischen Völser Aicha und Ums. Aus dieser Zeit sind zum Beispiel eine spitzbogige Silexspitze und Keramikfunde zu sehen.

Die Eisenzeit (9. bis 1. Jahrhundert vor Christus)

In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts vor Christus war der Übergang zur Eisenzeit abgeschlossen. In Völs hat man einige Keramikteile gefunden. Diese sind mit einem „Ringabrollmotiv“ verziert und sind nun auch in der archäologischen Dauerausstellung zu sehen.

Die Eisenzeit hat ihren Namen von dem Material der Werkzeuge, welche die Menschen in dieser Zeitepoche hauptsächlich nutzten – nämlich dem Eisen. Messer und Beile wurden in der Gegen von Völs ab dem 8. Jahrhundert vor Christus gebraucht.

Die römische Epoche in Völs

Besucher der archäologischen Dauerausstellung können auch einiges über die römische Epoche erfahren, welche vom ersten bis zum fünften Jahrhundert nach Christus andauerte. Die meisten Erkenntnisse über diese Epoche konnte man im Jahr 1981 in Erfahrung bringen, als man am Völser Aicha-Kompatscherhof einen Abschnitt eines Gräberfeldes freilegte. Auf einer Höhe von 1.000 Metern über dem Meeresspiegel an den Ausläufern des Tschafon konnten insgesamt 28 Brandgräber freigelegt werden. Die Beigaben dieser Gräber sind heute zum Teil im Archäologiemuseum in Bozen zu besichtigen. Die Grabbeigaben bestanden meist aus Alltagsgegenständen. Insbesondere waren dies Münzen, Messer, Fibeln, Schleifsteine, Schafscheren oder Keramikkrüge.

Mittelalter und Neuzeit in Völs

Wer etwas über das Mittelalter und die Neuzeit in Völs erfahren möchte, dem empfiehlt sich in erster Linie ein Besuch von Schloss Prösels. Denn in der Schlossanlage wurden zahlreiche Ausgrabungen durchgeführt; die Gegenstände, welche hier gefunden wurden, werden auf Schloss Prösels auch gleich ausgestellt.

Als man im Jahr 2005 mit dem Bau der Tiefgarage begonnen hatte, hatte man ein Gebäude freigelegt, welches aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammt und dem eine Zisterne angehört hatte.

Bildergalerie:

Wer ist online

Aktuell sind 619 Gäste und keine Mitglieder online

Empfehlungen