Pfarrmuseum Völs

Dauerausstellung kirchlicher Kunst im Schlerngebiet

In Völs am Schlern, dem bekannten Urlaubs- und Kurort im Schlerngebiet, befindet sich das Pfarrmuseum. Dabei handelt es sich um eine Dauerausstellung kirchlicher Kunst, die im Rahmen einer Führung besichtigt werden kann. Die genauen Termine, wann die Führungen angeboten werden, werden jeweils vom Informationsbüro von Völs am Schlern bekannt gegeben bzw. können dort erfragt werden. Im Rahmen der Führung wird nicht nur das Pfarrmuseum gezeigt bzw. hierzu vieles erklärt. Es wird auch die Pfarrkirche von Völs, die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, und eine weitere Dauerausstellung – eine archäologische Ausstellung – zur Besichtigung angeboten.

Das Pfarrmuseum befindet sich direkt neben der Pfarrkirche von Völs in der Friedhofskapelle und wurde – wie auf einer Hinweistafel im Museum zu lesen ist – mit Unterstützung der „Freunde Südtiroler Museen und Sammlungen e. V., Sendlinger Tor Platz 10, München eröffnet. Die Friedhofskapelle wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und dem Heiligen Michael geweiht. Daher spricht man heute von der Michaelskapelle. Im Laufe der Jahre wurde die Kapelle für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt. So wurde sie teilweise als Rumpelkammer benutzt; in den 1960er Jahren wurden die Räume sogar als Kino- und Theatersaal genutzt. Der zweckentfremdenden Nutzung wurde im Jahr 1979 ein Ende gesetzt. In diesem Jahr konnte die Friedhofskapelle mit Unterstützung des Denkmalamtes restauriert und wieder für kirchliche Zwecke genutzt werden. Im Jahr 2009 wurde die Kapelle pfleglich aufgeputzt.

Während einer Führung durch das Pfarrmuseum Völs kann man unter anderem auch erfahren, dass es nicht selbstverständlich ist, dass die Kirche und die Michaelskapelle, in der das Museum untergebracht ist, überhaupt noch vorhanden ist. Pietro Grassi, der damalige Präfekturkommissar, sollte im Jahr 1928 eine architektonische Säuberung vornehmen. Im Rahmen derer sollte die Kirche an einen anderen Ort verlegt werden. Die Einwohner von Völs und das Denkmalamt konnten sich jedoch erfolgreich gegen das Vorhaben wehren.

Im Innenraum des Pfarrmuseums sind herrliche Fresken zu bewundern, welche an einer Triumphbogenwand angebracht wurden und aus dem 15. Jahrhundert stammen. Die Malereien an der Apsis stammen aus dem Jahr 1590.

Die Ausstellungsgegenstände

Im Pfarrmuseum von Völs werden die unterschiedlichsten Gegenstände ausgestellt, welche allesamt aus den Kirchen des Schlerngebietes stammen. Die Gegenstände waren einst das Inventar der umliegenden Kirchen, wurden dort nicht mehr benötigt und können nun im Pfarrmuseum besichtigt werden.

Zu den Ausstellungsgegenständen zählen zahlreiche Figuren. Darunter ist beispielsweise der Schmerzensmann Jesus aus dem 17. Jahrhundert oder der betende Jesus am Ölberg als Figur, welche aus dem 15. Jahrhundert stammt, zu sehen. Ebenso sind Heiligenbüsten aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgestellt, welche ursprünglich in den Filialkirchen von Völs waren und von Martin Vinatzer, einem Grödner Bildschnitzer, gefertigt wurden.

Auch ein kompletter Flügelaltar aus dem Jahr 1510, welcher sich einst in St. Peter am Bichl befunden hat, ist im Pfarrmuseum ausgestellt.

Die Probstkrippe

Im hinteren Teil des Pfarrmuseums befindet sich auf der linken Seite eine zunächst unscheinbare Vitrine. Erst wenn die Beleuchtung eingeschaltet wird, kann erkannt werden, um welchen kostbaren Schatz es sich dabei handelt. In der Vitrine ist die Probstkrippe – eine Kastenkrippe -, welche um das Jahr 1805 gefertigt wurde. Dabei handelt es sich um ein Kunstwerk, welches sicherlich das Highlight des Ausstellungsrepertoires des Pfarrmuseums ist. In der Krippe werden die Weihnachtsgeschichte und die gesamte Heilsgeschichte dargestellt. Um die Krippe genauer zu betrachten, kann man mehrere Stunden verwenden, so umfangreich und detailliert sind die einzelnen Szenen dargestellt.

Die Probstkrippe hat ihren Namen von deren Künstler erhalten, der sie erschaffen hat – von Augustin Alois Probst. Auch von diesem Künstler erfährt man während einer Führung durch das Pfarrmuseum interessante Details. So wurde Augustin Alois Probst als armer Krüppel im Jahr 1758 geboren. Sein Vater war ein Altarbauer und barocker Bildhauer in Sterzing. Augustin Alois Probst war behindert und hatte damals, als es noch keine Menschenrechte gab und das Leben noch als Pfand Gottes angesehen wurde, enorme Schwierigkeiten, zu überleben. Trotz dieser enorm schwierigen Lebensumstände erlernte er von seinem Vater das Krippenbauen und hatte als eines seiner letzten Werke die Probstkrippe gefertigt. Wer das Pfarrmuseum besucht und die Probstkrippe eingehend betrachtet, dem wird diese sicherlich noch sehr lange in Erinnerung bleiben, handelt es sich doch dabei um ein Kunstwerk, welches nur selten zu sehen ist.

Archäologische Dauerausstellung

Während das Pfarrmuseum in der oberen Etage der Friedhofskapelle untergebracht ist, befindet sich in der unteren Etage der Friedhofskapelle eine archäologische Dauerausstellung.

Die Dauerausstellung kann im Rahmen einer Besichtigung des Pfarrmuseums mit angesehen werden bzw. ist in dieser Führung inbegriffen. Siehe auch: Archäologische Dauerausstellung in Völs. Wer heute in den beliebten Kur- und Urlaubsort des Schlerngebietes – nach Völs am Schlern – kommt, kann sich kaum vorstellen, dass dieses Gebiet schon seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt wird. Einen Streifzug durch die Geschichte dieses Gebietes bietet die archäologische Dauerausstellung und zeigt auf, dass sich hier schon vor etwa 10.000 Jahren die ersten Menschen aufgehalten haben.

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