Trostburg

Die Trostburg am Fuße des Schlerngebiets

Südtirol hat zirka 350 Burgen und Schlösser zu bieten und gilt damit als das burgenreichste Land von ganz Europa. Eine von den vielen Burgen, welche Südtirol zu bieten hat, ist die Trostburg. Die Trostburg zählt zu den bekanntesten Burgen Südtirols und befindet sich direkt am Fuße des Schlerngebietes.

Die Trostburg liegt oberhalb und östlich von Waidbruck auf einem Felssporn auf einer Höhe von 627 Metern über dem Meeresspiegel. Dass die Burg zu den bekanntesten Burgen Südtirols zählt, ist unter anderem auf ihre Lage zurückzuführen. Zum einen liegt die Burg auf einem Felssporn und ist damit weit sichtbar. Zum anderen führt durch das Eisacktal die wichtigste Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen, die Brenner-Autobahn, von der aus die Trostburg zu sehen ist und damit die vielen Blicke der Durchreisenden auf sich zieht. Ein weiterer Punkt für die „Bekanntheit“ der Trostburg ist, dass diese auch das Südtiroler Burgeninstitut beherbergt. Neben dem Sitz des Südtiroler Burgenmuseums ist darüber hinaus noch das Südtiroler Burgenmuseum in der Trostburg vorzufinden.

Die Geschichte der Trostburg

Die Geschichte der Trostburg beginnt aller Wahrscheinlichkeit nach im 12. Jahrhundert. Heute kann nicht mehr genau nachvollzogen werden, in welchen Jahren die Trostburg errichtet wurde. Doch die erste urkundliche Erwähnung stammt etwa aus dem Jahr 1173. Damals wurde die Trostburg noch im Zusammenhang mit einem Sitz eines „Cunrat de Trospercht“ erwähnt. Damit ist „Konrad von Trostberg“ gemeint, welcher wiederum von den Herren von Kastelruth abstammte.

Etwa ab dem Jahr 1290 waren die Grafen von Tirol die Eigentümer der Trostburg, welche die Burg an die Herren von Wolkenstein verliehen. Die Grafen von Tirol hatten die Trostburg von den Herren von Velthurns erworben; die Herren von Velthurns gelten als Straßenräuber gebrandmarkt. Über den langen Zeitraum von etwa 600 Jahren änderte sich an diesen Besitzverhältnissen nichts. Die Grafen von Wolkenstein-Trostburg, welche zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern Tirols zählen, hatten die Trostburg etwa sechs Jahrhunderte in ihrem Besitz, weshalb deren Geschichte eng mit der Trostburg verbunden ist.

Zu Erbauungszeit im 12. Jahrhundert wurde die Trostburg als kleine Burganlage errichtet. Erst zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert wurde die Burganlage der Trostburg wesentlich erweitert. Auf Engelhard Dietrich Graf von Wolkenstein-Trostburg ist es zurückzuführen, dass im 17. Jahrhundert die Trostburg im Renaissancestil umgebaut wurde. Oswald von Wolkenstein, der bekannte Minnesänger, Dichter und Ritter aus dem Mittelalter und auch spätere Besitzer der Burg Hauenstein, Seis (welche sich heute allerdings nur noch als Ruine präsentiert) ist auf der Trostburg aufgewachsen.

Anfang des 20. Jahrhunderts war die Trostburg für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Auch war sie mangels erforderlicher Instandhaltungsarbeiten stark vom Verfall bedroht. Schon im Jahr 1967 wurde von Mitgliedern des Südtiroler Burgenvereins eine Initiative gegründet, welche sich dem Erhalt der Trostburg zum Ziel gesetzt hatte. Dass es sich bei der Trostburg um eine gut erhaltene Burganlage handelt, ist dem Südtiroler Burgeninstitut zu verdanken. Dieses hat die Burg im Jahr 1981 erworben und ist seitdem bemüht, mittels Restaurierungsarbeiten die Trostburg in einem guten Erhaltungszustand zu präsentieren.

Die Burganlage

Bei der Trostburg handelt es sich um eine Talhangburg, welche als Eckquader bzw. Buckelquader errichtet wurde. Eine Vorburg, welche aus dem Michaelstor, dem Hirschgraben, dem Pfaffenturm, der Kaserne und einer Kapelle besteht und ein Römerturm, welcher sich oberhalb der Burg befindet, prägen das Erscheinungsbild der Trostburg maßgeblich mit. Auch ein Stall, in dem heute noch Kühe ihr Zuhause haben, prägt das Aussehen der Burg.

Erwähnenswert sind im Zusammenhang mit der Trostburg die Säle des Hans von Wolkenstein, welche 1514 errichtet wurden und wunderbar ausgemalt sind. Zudem befindet sich in der Trostburg einer der schönsten Renaissancesäle von ganz Südtirol. Der Renaissancesaal hat eine Größe von 5 x 15 Metern und ist mit figurativen Darstellungen in Gips und einer geschnitzten, wunderschönen Kassettendecke mit heraldischem Dekor ausgestattet. Aber auch die wappenbemalte Loggia ist ein Highlight der Trostburg.

Südtiroler Burgenmuseum

„Burgen – Bauwerke der Geschichte“ – das ist der Titel der Ausstellung, welche in der Trostburg zu besichtigen ist. Im Südtiroler Burgenmuseum werden in drei Räumen 86 maßstabsgetreue Burgenmodelle ausgestellt. Dabei erhalten die Besucher bzw. Interessierten einen hervorragenden Einblick in die Entwicklungsgeschichte, die die Südtiroler Burgen vorzuweisen haben.

Das Südtiroler Burgenmuseum ist eine Dauerausstellung, welche jährlich von Gründonnerstag bis Ende Oktober zu besichtigen ist. Diesbezüglich sollte beachtet werden, dass das Museum (wie in Südtirol üblich) montags geschlossen bleibt.

Wanderweg vom Schlerngebiet zur Trostburg

Wer vom Schlerngebiet zur Trostburg wandern möchte, dem steht ein wunderbarer Wanderweg zur Verfügung. Der Weg führt von Kastelruth zunächst nach Tisens, dann weiter nach Tagusens (beides Fraktionen von Kastelruth) und über grüne Wiesen und kürzere Waldabschnitte bis zur Trostburg. Für den Wanderweg von Kastelruth zur Trostburg sollte man etwa eine Stunde Gehzeit einplanen.

Wer möchte, kann auch direkt von Waidbruck aus zur Trostburg laufen. Hier empfiehlt es sich, das Auto am Parkplatz vor der Raiffeneisenbank abzustellen. Von hier aus – vom Oswald von Wolkenstein-Platz – führt ein relativ steiler Fußweg zur Trostburg, die in etwa 15 Minuten Gehzeit erreicht werden kann.

Tipp

Im Frühling eines jeden Jahres findet im Schlerngebiet der Oswald-von-Wolkenstein-Ritt statt. Dabei handelt es sich um das größte Reitspektakel von ganz Südtirol. Die einzelnen Stationen bzw. Turnierspiele sind in Kastelruth am Kofel, in Seis, am Völser Weiher und auf der Schloss Prösels. Startpunkt sämtlicher Mannschaften ist jedoch die Trostburg. Am Turniertag (immer an einem Sonntag) treffen sich die Mannschaften an der Trostburg und reiten dann in Richtung Kastelruth.

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