Sankt Katharina-Kirche in Breien

Die St. Katharina-Kirche oberhalb Breien bei Völser Aicha

Verlässt man das Südtiroler Schlerngebiet von Völs am Schlern kommend in Richtung Tiers im Rosengarten, kommt man, nachdem man Völser Aicha passiert hat, durch St. Katharina oberhalb von Breien. Breien wiederum gehört zwar als Fraktion bereits zur Gemeinde Tiers am Rosengarten, doch ein Teil dieses kleinen Weilers gehört zur Gemeinde Völs am Schlern im Südtiroler Schlerngebiet. Und hier liegt, inmitten von sattgrünen Wiesen in dem kleinen Weiler St. Kathrein die Sankt Katharina-Kirche.

An der Kirche führt ein Weg vorbei, bei dem es sich um einen bereits sehr alten Fernweg handelt, welcher von Bozen, der heutigen Südtiroler Landeshauptstadt, über Tiers am Rosengarten bis ins Fassatal führt.

Früher, als es noch keinen motorisierten Verkehr gab, waren die Wege bis zur nächsten Pfarrkirche sehr lang und mühselig. Von daher wurden die kleinen Kirchen von den Bewohnern gerne angenommen, um nicht die ganz großen Strapazen auf sich bis zur Pfarrkirche nehmen zu müssen. Auch die Kirche St. Katharina war ein Gotteshaus, welches von unzähligen Pilgern aufgesucht wurde.

Geschichte und Sehenswertes der Kirche

Bei der St. Katharina-Kirche handelt es sich um ein sehr altes Gotteshaus. Bereits im Jahr 1293 wurde die Kirche erstmals erwähnt. Aus dieser Zeit stammen die noch heute vorhandenen Mauern des Langhauses und der untere Teil des Kirchenturmes. Etwa um die Jahrhundertwende vom 15. in das 16. Jahrhundert wurde das Sterngewölbe errichtet. Aus dieser Zeit stammt auch der Triumphbogen, der auf beiden Seiten abgeschrägt ist.

An der Südwand der Kirche wurde nochmals ein Dach erbaut, welches durch eine Mauer begrenzt ist. Dies ergibt eine Art Vorhalle der Kirche. Hier hatten und haben die Reisenden die Möglichkeit zum Beten, Reden, Rasten und Essen. Der aufmerksame Beobachter kann sogar ein Mühlespiel entdecken, welches in den Stein geritzt ist. Doch wer sich in diesem (Außen-)Bereich der Kirche befindet, dem werden unweigerlich die Malereien an der Südwand der Kirche in ihren Bann ziehen.

Diese Südwand der St. Katharina-Kirche wirkt mit ihren Fresken, die bis zum heutigen Tag niemals übertüncht wurden und daher sehr farbenintensiv zu sehen sind, wie ein überdimensionales Bilderbuch. Der Feskenzyklus zeigt – wie sollte es auch anders sein – das Leben, die Lehre und den Martertod der Heiligen Katharina anhand von elf Szenen. Die Freskenmalereien stammen aus der Zeit um 1420 und wurden von der Bozner Malerschule gefertigt.

Die Fresken zeigen unter anderem die Heilige Katharina, wie sie gerade ein Götzenbild zerstört. Danach wird sie dem Kaiser Caesar Maximinus vorgeführt und zur Strafe gegeißelt. Ein weiteres Bild zeigt die Heilige Katharina im Kerker. Mit einem Bild wird die Heilige Katharina mit einigen Männern gezeigt, wie diese gerade angeregt diskutieren. Dabei handelt es sich um ein bekanntes Streitgespräch, wobei es sich bei den Männern um die Gelehrten von Alexandria in Ägypten handelt.

Weitere Bilder zeigen das Marterrad mit der Heiligen Katharina davor; das Marterrad wird auf dem Fresko gerade von Engeln zerstört. Auch die Enthauptung von Katharina und ihres Gefolges wird dargestellt. Auf diesem Bild ist zu sehen, wie sie noch ihre Blutzeugen segnet.

Ganz rechts unten an der südlichen Kirchenaußenwand ist dargestellt, wie der Leichnam der Heiligen Katharina auf dem Sinai begraben wird.

Die bildliche Darstellung der Biographie der Heiligen Katharina wird durch die Darstellung der Kreuzigung Jesu Christi unterbrochen. Auf diesem Bild sieht man unter anderem die betende Maria, wie diese zum Sterbenden aufsieht. Auf einem Bild ist auch der heilige Michael mit der Seelenwaage zu sehen.

Das Kircheninnere

Das Kircheninnere ist schlicht gestaltet. Der Flügelaltar ist im neugotischen Stil gefertigt und stammt aus dem Jahr um 1864. Sehenswert in der Kirche ist auch ein Ölbild. Dieses stammt aus dem frühen Barock, ist auf 1630 datiert und trägt die Signatur „HM ARW“.

Die Namenspatronin

Bei der Heiligen Katharina, der die Kirche in Breien geweiht ist, handelt es sich um die Katharina von Alexandria. Diese ist bei den Katholiken eine bekannte Heilige und ist eine der insgesamt 14 Nothelfer. Katharina von Alexandria gilt als Helferin bei Sprachschwierigkeiten und ist zugleich Schutzpatronen der Schneiderinnen und Näherinnen, der Schulen und der philosophischen Fakultäten.

Ob die Heilige Katharina jemals gelebt hat, konnte historisch nicht nachgewiesen werden. Doch geht man nach der Überlieferung, lebte sie bereits im 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus. Sie soll von den Eremiten zum Glauben geführt worden sein und war in diesem so stark, dass sie sogar Caesar Maximinus zum Christentum versuchte zu überreden. Als dieser nämlich die Christen zum Märtyrertod verurteilte, stellte sie Caesar Maximinus die Frage, ob er nicht zum Christentum übertreten wolle anstatt von diesen Götzenopfer zu fordern. Die darauf aufkommende Diskussion zwang den Kaiser, die besten zur Verfügung stehenden Gelehrten und Philosophen aufzubieten. Doch Katharina erreichte genau das Gegenteil. Anstatt die Öffentlichkeit gegen das Christentum aufzubringen, schaffte sie es, dass sich die 50 Gelehrten und Philosophen zum christlichen Glauben bekehrten. Die Folge war, dass alle vom Kaiser auf den Scheiterhaufen geschickte wurden.

Kaiser Caesar Maximinus muss von der Schönheit und der Schlagfertigkeit Katharinas so angetan gewesen sein, dass er ihr sogar mehr als einmal anbot, als Königin an seiner Seite zu herrschen. Jedes Mal lehnte sie jedoch ab und wurde schließlich gegeißelt und in einem finsteren Verlies zwölf Tage ohne Nahrung eingekerkert. In diesem Verlies standen ihr der Erzählung nach Engel bei, die ihre Wunden salbten. Sogar Christus selbst soll erschienen sein, um sie im Glauben zu stärken und auf das Martyrium vorzubereiten.

Das Folterwerkzeug sollte ein Rad sein. Insgesamt sollen es vier Räder gewesen sein, die mit eisernen Sägen und spitzen Nägeln gespickt waren. Auf das Gebet von Katharina kamen Engel herbei, die das Folterinstrument zerstörten. Diese Szene ist auf einem Bild an der südlichen Außenwand der Kirche dargestellt.

Katharina erfuhr letztendlich den Tod durch Enthauptung und wurde auf dem Berg Sinai begraben, wo man 500 Jahre später ihre Gebeine gefunden hat. An der Fundstelle wurde das Katharinenkloster erbaut.

Seit der Zeit der Kreuzzüge wird die Heilige Katharina verehrt. Der Gedenktag der evangelischen, katholischen und anglikanischen Kirche ist jährlich am 25. November.

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