Sankt Sebastian-Kirche

St. Sebastian-Kirche bei Tiers am Rosengarten

Oberhalb von Tiers am Rosengarten im Südtiroler Schlerngebiet und am Fuße des Tschafons befindet sich mit dem St. Sebastian-Kirchlein ein kleines Gotteshaus, mit dem bereits eine lange Geschichte verbunden ist.

Die St. Sebastian-Kirche wurde dem Heiligen Sebastian und dem Heiligen Rochus – den zwei Pestheiligen – geweiht und liegt auf einer Höhe von 1.240 Metern über dem Meeresspielgel.

Seine besondere Idylle bekommt das Kirchlein dadurch, dass dieses weit entfernt vom Verkehrslärm liegt. Die St. Sebastian-Kirche liegt auf einem niedrigen Hügel in einer großen Wiesenfläche, dem sogenannten Weihboden, und kann lediglich zu Fuß erreicht werden. Direkt an die Wiesenfläche grenzt ein Föhrenwald an.

Bei der St. Sebastian-Kirche handelt es sich um ein schlichtes Kirchengebäude mit einem kleinen Glockenturm.

Geschichtliches zur St. Sebastian-Kirche

Das St. Sebastian-Kirchlein oberhalb von Tiers am Rosengarten, wie es sich heute zeigt, wurde im Jahr 1635 im gotischen Stil erbaut. Die Erbauung erfolgte auf den Mauern des vormals vorhandenen und zerfallenen Kirchbaus. Bei dem Vorgängerbau hatte es sich um einen romanischen Kirchenbau gehandelt, welcher der vorchristlichen Heiligen Christina geweiht wurde.

Zur Erbauungszeit der Kirche ist nahezu die gesamte Bevölkerung im Tal an der Pest verstorben, weshalb diese auch den zwei Pestheiligen Sebastian und Rochus geweiht wurde.

  • St. Sebastian-Kirche Außenaufnahme
  • St. Sebastian-Kirche Innenaufnahme
  • St. Sebastian Tiers am Rosengarten

Dem Kirchenbau soll ein Gelübde der Herren von Völsegg vorausgegangen sein, welche damals dieses Gebiet verwaltet haben. Sollten sie durch den Schwarzen Tod – wie die Pest auch bezeichnet wird – verschont bleiben, wollten sie dem Heiligen Sebastian eine Kapelle errichten. Und so wurde dann im Jahr 1635 das St. Sebastian-Kirchlein erbaut.

Man geht davon aus, dass es sich bei der Wiesenfläche – dem Weihboden – einst um einen heidnischen Kultplatz gehandelt haben könnte.

Das Kircheninnere

Leider ist die Sankt Sebastian-Kirche im Regelfall geschlossen, sodass Besucher diese nur von außen besichtigen können. Am linken Fenster neben der Eingangstüre ist jedoch eine kleine Aussparung, durch der ein Blick ins Kircheninnere geworfen werden kann.

Insgesamt ist festzustellen, dass das Kircheninnere alles andere als mit viel Prunk ausgestattet ist. An der Stirnseite der schlicht ausgestatteten Kirche befindet sich der Kirchenaltar. Hierbei handelt es sich um einen barocken Altar, der sehr dunkel gebeizt ist und zwangsläufig an den Schwarzen Tod erinnert, an dessen Gedenken die Kirche erbaut wurde. Auf dem Altarbild ist mittig Maria zu sehen; ebenfalls sind die beiden Pestheiligen abgebildet.

Rechts neben dem Altarbild ist die betende Maria als holzgeschnitzte Figur aufgestellt.

Die Wanderung zur St. Sebastian-Kirche

Um zum St. Sebastian-Kirchlein zu kommen, kann man seine Wanderung direkt im Dorfzentrum von Tiers am Rosengarten beginnen. Hierzu kann man das Auto am Parkplatz bei der Pfarrkirche St. Georg abstellen. Der Wanderweg (Weg Nr. 4) führt zunächst in Richtung Völsegg. Schon nach einem kurzen Stück bietet sich eine schöne Sicht auf Tiers am Rosengarten. Nach einem kürzeren Wegabschnitt zweigt linkerhand der sogenannte Promenadenweg ab, dem weiter gefolgt werden muss. Der Weg verläuft teilweise nur leicht ansteigend durch den Wald. Am Ende des Waldstücks stößt man auf eine Straße, welche zum Ansitz Velseck in Völsegg weiterführt. Oberhalb vom Ansitz Velseck zweigt am Bildstock „Völsegger Bild“ der Wanderweg Nr. 4 B ab, der dann schließlich zum (gut beschilderten) St. Sebastian-Kirchlein führt.

Für den Rückweg kann man vom St. Sebastian-Kirchlein den Kreuzweg nach Tiers am Rosengarten nehmen. Der Kreuzweg (ein Stationenweg) beginnt direkt hinter der Kirche; hierbei handelt es sich um den Weg Nr. 4.

Für den kompletten Rundweg von/nach Tiers am Rosengarten sollte man eine Wanderzeit von etwa zwei Stunden einplanen.

Alternativ kann auch von Weißlahnbad (oberhalb von St. Zyprian) zur St. Sebastian-Kirche gewandert werden. In Weißlahnbad befindet sich ein kostenloser Wanderparkplatz. Hierzu verlässt man den Wanderparkplatz in westliche Richtung und folgt dem Wanderweg Nr. 4 A in Richtung Tschafon bzw. Wuhnleger Weiher. Nach etwa 40 Minuten Wanderzeit – auf halbem Weg zum Tschafon – zweigt linkerhand ein Weg in Richtung Wuhnleger Weiher ab. Diesen Weg nimmt man und erreicht nach einem kurzen Stück bereits den Weiher, in dem sich imponierend das Rosengartengebirge spiegelt. Vom Wuhnleger Weiher geht es schließlich in östliche Richtung weiter zur St. Sebastian-Kirche. Die Kirche ist am Wuhnleger Weiher bereits beschildert und wird von hier nach einer Wanderzeit von etwa 30 Minuten erreicht. Für den Rückweg nimmt man von der St. Sebastian-Kirche den gleichen Weg, den man für den Hinweg von Weißlahnbad genommen hat, nur in umgekehrter Reihenfolge.

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