Eislöcher im Schlerngebiet

Ein Naturphänomen im Schlerngebiet

Es gibt in Südtirol einige Eislöcher. Die bekanntesten Eislöcher befinden sich in Eppan beim Stroblhof, wo das Naturphänomen ansprechend beobachtet werden kann. Auch im Schlerngebiet gibt es Eislöcher, die man sich bei einem Aufenthalt in der Urlaubsregion rund um die Seiser Alm einmal ansehen sollte.

Was sind Eislöcher?

Eislöcher kann man ruhigen Gewissens als kleines Naturspektakel bezeichnen. Denn auf einer Höhe von etwa 800 Metern über dem Meeresspiegel sind in den Eislöchern Pflanzen zu finden, die eigentlich nur in alpinen, höher gelegenen Regionen gedeihen. In den Eislöchern befindet sich eine relativ kalte Luft, die durch ein Spaltensystem zwischen den Porphyrblöcken des Bergsturzes stammt. Durch jenes Spaltensystem, was mit einer Windröhre beschrieben werden kann, kühlt sich die Luft merklich ab und bleibt letztendlich in den Mulden – den Eislöchern – liegen. Denn die kalte Luft ist aus physikalischer Sicht schwerer als die warme.

Die Eislöcher kann man auch als Kaltluftseen bezeichnen. Bemerkenswert dabei ist, dass die Vegetationsabfolge in den Eislöchern genau umgekehrt ist. Im unteren Teil der Eislöcher gedeihen jene Pflanzen, die kälteresistent sind. Im oberen Teil befinden sich die eher wärmebedürftigen Pflanzen. Aufgrund dieses Klimas in den Eislöchern ist hier eine Vielzahl an Pflanzen auf engstem Raum „beheimatet“; bereits dies ist eine Besonderheit und ein Merkmal der Eislöcher.

Eislöcher in St. Oswald

In dem Kastelruther Weiler Sankt Oswald befinden sich die wohl bekanntesten Eislöcher im Schlerngebiet. Es handelt sich hier um eine etwa 30 Quadratmeter große Wiese, die „Madrunglfuchsboden“ genannt wird. Sobald mit diese Wiese betritt, merkt man sofort, wie man hier von der kalten Luft regelrecht umströmt wird.

Zum Madrunglfuchsboden gelangt man, indem man vom Lafoglerweiher in St. Oswald (dieser befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Kirche) – vom Tschötscherhof aus kommend – rechts in den kleinen Wald hineinläuft. In Richtung Puntscherkofel, vorbei am Madrungl Hof geht man den Wanderweg weiter abwärts, teils durch ein kleines Waldstück, bis man schließlich am Madrunglfuchsboden, den Eislöchern von St. Oswald angelangt ist.

Die Sage vom Madrunglfuchsboden

Wie in so vielen Bereichen, gibt es natürlich auch über das Naturphänomen der Eislöcher am Madrunglfuchsboden eine Sage. Nach dieser Sage stand hier einst ein Gasthaus, dessen Wirt die Gäste ausgeraubt und größtenteils sogar umgebracht haben soll. Nach seinem Tod haben ihn die Sargträger zum Friedhof gebracht. Da der Weg in dem hügeligen Gebiet sehr beschwerlich war, mussten die Sargträger eine Rast einlegen. Während dieser Rast fiel der Sarg von der Trage und rutschte in den Wald, wo er allerdings nicht mehr gefunden wurde. Im sogenannten „Böstal“, so erzählt man sich heute in St. Oswald, geistert noch heute die Seele des Wirtes, weil sie noch keine Ruhe gefunden hat.

Eislöcher im Prösler Ried

Im Prösler Ried gibt es weitere Eislöcher. Dorthin gelangt man über den Weg, welcher am unteren Parkplatz von Schloss Prösels beginnt und in Richtung Gemoanerhof führt. Dieser Weg stellte einst die Verbindung von Blumau nach Völs am Schlern dar und ist heute ein Gemeindeweg von Völs. Vielen ist der Weg auch als „Ochsenfuhrweg“ bekannt.

Die Überreste des damaligen Gasthauses Rose in Prösels „beherbergt“ ein ziemlich großes Eisloch. Weitere Eislöcher befinden sich bei den Höfen im Prösler Ried. Teilweise werden die Eislöcher auch als Keller genutzt.

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