Unterwirt Seis am Schlern

Ältestes Gasthaus von Seis am Schlern

Im Zentrum von Seis am Schlern, dem bekannten und beliebten Ferienort im Südtiroler Schlerngebiet, befindet sich das Hotel Schwarzer Adler. Direkt hinter der kleinen Maria-Hilf-Kirche – in der Laurinstraße – ist das Hotel zu finden, welches sich mit seiner modernen Fassade präsentiert. Doch so modern die im typisch tiroler Stil gehaltene Fassade auch erscheinen mag – in dem Gebäude handelt es sich um das älteste Gasthaus des Ortes und sogar um einen der ältestens Gasthöfe von ganz Tirol.

Geht man nach der Jahreszahl, welche in das steinerne Wappen gemeißelt wurde, wurde das Haus im Jahr 1518 erbaut. Zu jener Zeit bestand das Bergdorf am Fuße der Seiser Alm nur aus einer kleinen Ansammlung von Bauernhäusern. Von dem Tourismus und Fremdenverkehr, wie er heute das Geschehen von Seis am Schlern maßgeblich prägt, war zu jener Zeit noch nicht im Entferntesten zu denken. Zwar reichen die Anfänge von Seis am Schlern noch viel weiter in die Vergangenheit zurück – erstmals wurde der Ort in den Jahren zwischen 982 und 987 erwähnt – doch bei dem Gebäude handelt es sich noch heute um eines der älteste Gebäude des Ortes. Selbst die Maria-Hilf-Kirche, die damalige Pfarrkirche, wurde erst einhundert Jahre später als der Schwarze Adler erbaut.

Das Gasthaus „Schwarzer Adler“ wurde damals von den Einheimischen als der Unterwirt bezeichnet. Dies hat damit zu tun, dass es noch ein zweites Wirtshaus gab – nämlich das Wirtshaus zum Gebhard, welches dann folgerichtig „Oberwirt“ genannt wurde. Den Oberwirt gibt es heute in Seis nicht mehr.

Später, im Jahr 1841, wurde im Zusammenhang mit dem Schwarzen Adler auch vom „Adler-Wirt“ berichtet.

Die Geschichte und der Fremdenverkehr

Schwarzer Adler SeisÜber viele Jahrzehnte und Jahrhunderte war der Schwarze Adler – der Unterwirt – das Gasthaus für die Seiser. Im Jahr 1841 – also als erstmals vom „Adler-Wirt“ berichtet wurde – hatte Katharina Mulser das Gasthaus geerbt. Zusammen mit Anton Gasser, den sie 1842 heiratete, hatte die Familie und deren Nachfahren das Gasthaus über einen Zeitraum von nahezu 150 Jahren betrieben. In diese Zeit fiel auch der aufkommende Fremdenverkehr, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts so langsam begonnen hat. Der Unterwirt spielte dabei eine wichtige Rolle. So kamen gut betuchte Gäste und stiegen in dem historischen Gasthaus ab. Noch heute ist das Hotel Schwarzer Adler stolz auf seine berühmten Stammgäste, zu denen unter anderem der Schauspieler und Regisseur Luis Trenker, Leo Santifaller, der Pianist Ignaz Friedman, der Kunstmaler Willi Valier und der Schriftsteller Karl Zuckmayr gehörten.

Als Mussolini in Italien an die Macht kam und sämtliche Begriffe und Bezeichnungen nicht mehr auf Deutsch ausgegeben werden durften, erhielt der Unterwirt die Bezeichnung „Albergo Aquila Nera“ (Gasthof Schwarzer Adler).

Nachdem sich der Fremdenverkehr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs grundlegend änderte, kam nicht mehr nur die reich betuchte Prominenz nach Seis am Schlern um hier Urlaub zu machen. Die steigenden Übernachtungszahlen mit einer fast ganzjährigen Auslastung waren der Grund, dass das Gasthaus im Jahr 1966 grundlegend renoviert wurde. Im Rahmen dieser Renovierung wurde der alte Stadel abgerissen und das Gebäude um eine weitere Etage erhöht. Ebenfalls erhielt, was damals noch eher die Ausnahme war, jedes Zimmer ein eigenes Bad und es wurde in dem Gasthaus eines der ersten Schwimmbäder von Seis überhaupt erbaut.

Im Jahr 1997 übernahm dann die Familie Mutschlechner das Hotel Schwarzer Adler. Die Familie hatte den Schwarzen Adler erneut um- und ausgebaut und zu dem Hotelbau gemacht, wie er sich heute präsentiert. Wer sich heute das Vier-Sterne-Hotel mit seinem modernen Sauna- und Wellnessbereich ansieht, wird kaum erkennen können, dass es sich um das älteste Wirtshaus von Seis am Schlern handelt.

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