Tschafon

Der Tschafon – Monte Cavone – in Südtirol

Südwestlich des Schlernmassivs im Südtiroler Schlerngebiet, dem beliebten Ferienparadies in den westlichen Ausläufern der Dolomiten, erhebt sich der Tschafon. Der Tschafon ist ein Berg mit einer Höhe von 1.834 Meter über dem Meeresspiegel; die italienische Bezeichnung lautet „Monte Cavone“.

Die geographische Lage zwischen Schlern, Seiser Alm und Rosengarten macht den Tschafon zu einem idealen Ausflugsziel, da dieser von verschiedenen Orten leicht erreichbar ist, unter anderem von Weißlahnbad, Völs am Schlern, von Tiers am Rosengarten, vom Völser Weiher und von Ums.

Sowohl bei den Einheimischen als auch bei den Feriengästen ist der Tschafon ein beliebtes Wanderziel. Einerseits ist der Berg über schöne Wanderwege leicht zu erreichen, andererseits bietet sich vom Tschafon aus eine einmalige Aussicht auf die umliegende Bergwelt. Hinzu kommt noch, dass das Schutzhaus Tschafon – eine rustikale Berghütte – die Gäste mit kulinarischen Südtiroler Köstlichkeiten verwöhnt.

Das Schutzhaus Tschafon – die Tschafonhütte

Die Tschafonhütte liegt auf einer Höhe von 1.737 Metern über dem Meeresspiegel und ist vor allem für die frisch zubereiteten Speisen und kulinarischen Köstlichkeiten bekannt. Der Salat und das Gemüse stammen aus dem eigenen Garten und werden von den Wirtsleuten extra für die Verköstigung der Gäste angebaut.

Vom Schutzhaus Tschafon werden für die Gäste auch Zimmer angeboten, bei denen die Ursprünglichkeit einer Berghütte im Vordergrund steht. Es werden Zwei- und Dreibettzimmer angeboten, anstatt Strom gibt es Kerzenlicht und anstatt eines Luxusbades gibt es eine traditionelle Waschschüssel oder auch eine Freiluftdusche. Wer hier übernachtet, kann die nächtliche Ruhe inmitten der reinen Bergluft voll und ganz erleben.

Von der Tschafonhütte kann man zur Völseggspitz (über den Weg Nr. 9) weiterwandern. Nach einer Gehzeit von etwa 20 Minuten erreicht man die Völseggspitz (Monte Balzo), von der sich ein traumhafter Blick auf die Gemeinde Völs am Schlern, das Eisacktal und das Tierser Tal bietet.

Die Geschichte und Sage des Tschafons

Schon in der Bronzezeit hatten die Menschen den Tschafon aufgesucht. Der Archäologe Günther Niederwanger fand am Westrand des Tschafons im Jahr 1982 eine Feuerstelle, bei der die Steinsetzung kreisförmig erfolgte. Zudem fanden sich in der Umgebung kalzinierte Tierknochen und Keramikbruchstücke, welche der späten Bronzezeit zugeordnet werden konnten. Am Tschafon befand sich damit ein alpiner Brandopferplatz mit dem sich zeigt, dass der Ort für Opfertätigkeiten genutzt wurde und die Menschen früher hier ihre Heiligtümer hatten.

Im gesamten Schlerngebiet gibt es zahlreiche Sagen, die der Volksmund von Generation zu Generation übertragen hat. Und daher gibt es auch vom Tschafon eine Sage, die behauptet, dass der Berg einmal ein Hexenberg war. Hier sollen sich die Hexen mit dem Teufel in Person getroffen haben; dieses Treffen fand vorwiegend in den Vollmondnächten statt. Sie feierten hier ihre Feste, aßen, tranken, tanzten und spielten Karten.

Heute noch ist der Tschafon ein Ort, an dem sich die Naturgewalt kraftvoller als irgendwo anders in den umliegenden Dolomiten zeigt. Hier gehen verhältnismäßig viele Gewitter nieder und die Blitze schlagen zahlreich ein. Wer den Tschafon von Weißlahnbad aus erwandert, der kann dies an den Baumskeletten nachvollziehen, die sich am Wegesrand zeigen.

Wanderrouten zum Tschafon

Start in Weißlahnbad

Die „klassische“ Wanderroute auf den Tschafon hat ihren Ausgangspunkt in Weißlahnbad, einer Fraktion der Gemeinde Tiers am Rosengarten. Dieser Ausgangspunkt bietet sich vor allem für Autofahrer an, da sich hier ein Parkplatz befindet, von dem man seine Wanderung starten kann. Über den Weg Nr. 4 bzw. 4a führt der Weg zur Tschafonhütte. Am Wegesrand befinden sich zahlreiche Latschenkiefern und wenn sich ein Blick auf die umliegende Umgebung bietet, zeigen sich der Rosengarten und der Latemar in ihrer vollen Pracht. Hat man etwas an Höhe gewonnen, hat man auch einen Blick in das Bozner Becken.

Der Weg vom Parkplatz zum Tschafonhütte ist 4,1 Kilometer lang, wobei man 634 Höhenmeter bewältigen muss.

Hammerwand

Wer von Weißlahnbad eine anspruchsvollere Route zur Tschafonhütte nehmen möchte, der kann die Wanderung über die Hammerwand wählen. Nachdem man das Auto auf dem Parkplatz von Weißlahnbad abgestellt hat, nimmt man den Weg Nr. 2, der steil durch die Bärenfalle zum Tschafatsch-Sattel führt. Von hier geht es über den Weg Nr. 9 über einen Grat – hier ist Trittsicherzeit und Schwindelfreiheit erforderlich – über den Mittagskofel, den Nigglberg zur Hammerwand und schließlich zur Tschafonhütte.

Für die Route zur Tschafonhütte mit Überquerung der Hammerwand sollte man etwa 5,5 Stunden einplanen; 1.200 Höhenmeter müssen dabei überwunden werden.

Die Überquerung der Hammerwand verlangt zwar einiges an Kondition ab; die Wanderer werden allerdings mit einer fantastischen Aussicht entschädigt.

Von der Tschafonhütte zurück zum Parkplatz empfiehlt sich der Weg Nr. 4a und 4 (s. oben: Start in Weißlahnbad).

Start am Völser Weiher

Wer vom Völser Weiher aus die Wandertour auf den Tschafon startet, kann hier ebenfalls mit dem Auto anreisen. Direkt am Völser Weiher befindet sich ein (kostenpflichtiger) Parkplatz.

Zunächst führt die Wanderroute über den Weg Nr. 1 zur Tuffalm und zum Hofer Alpl. Von hier geht es weiter über den Weg Nr. 7 an der Hammerwand entlang. Über den Weg Nr. 7b erreicht man schließlich die Tschafonhütte.

Für die Wanderung vom Völser Weiher zur Tschafonhütte sollte man eine Wanderzeit von etwa 3,5 Stunden einplanen. Bei dieser Wanderung müssen 670 Höhenmeter überwunden werden.

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