Schlern

Der Schlern

Der Berg der tausend Berge – so besingen die Kastelruther Spatzen in einem im Jahr 2005 aufgenommenen Lied den Schlern. Der Schlern ist wohl einer der bekanntesten Berge Südtirols und hat dem umliegenden Gebiet um die Seiser Alm – dem Schlerngebiet – seinen Namen gegeben. Das Schlerngebiet ist heute mit seinen Hauptorten Seis, Kastelruth und Völs eines der beliebtesten Urlaubsregionen in Südtirol.

Eingerahmt wird der Schlern auf der Seiser, Tierser und Völser Seite von Nadelholzmischwäldern.

Zwar zählt der Schlern mit einer Höhe von 2.564 Metern nicht zu den allerhöchsten Bergen in Südtirol, jedoch ist er aufgrund seiner markanten Form unverwechselbar. Charakteristisch ist der Schlern vor allem wegen seiner steilen, geradezu vertikalen Felsenwand mit der daneben liegenden Santner- und Euringerspitze. Durch seine einmalige Silhouette ist der Schlern ein Symbolberg Südtirols und gleichzeitig Werbeträger für das gesamte Ferienland im nördlichen Italien, aber vor allem vom Südtiroler Schlerngebiet.

Dass sich der Schlern in seiner bekannten markanten Art und Weise zeigt, ist seinem geologischen Aufbau zu verdanken. Nach ihm wurde der „Schlerndolomit“ benannt. Beim Schlerndolomit handelt es sich um ein Riffgestein, welches aus Korallen und Algen besteht und seinen Ursprung im Tethys-Meer hatte.

Geschichtliches zum Schlern

Schon seit urdenklichen Zeiten werden die großen Weideflächen auf dem Schlern von den Bauern aus Völs als Weideflächen genutzt. Der Schlern ist auch eine Kultstätte. Hier wurden vor Zeiten Opfer niedergebracht, um die Gnade Gottes herbeizuflehen. Der bedeutendste Brandopferplatz ist der Burgstall, die nördlichste Kuppe des Schlernplateaus. Hier fand man u. a. eine Asche-Kohlen-Schicht auf kalzinierten Knochen. Die Knochen stammen von Schafen, Rindern und Ziegen, teilweise aber auch von Hirschen und Schweinen. Diese Tiere wurden, wie erwähnt, für die Gnade Gottes geopfert.

Weite Teile der Dolomiten wurden im Juni 2009 von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Der Schlern gehört zu den Dolomiten, welche in die UNESCO-Liste aufgenommen wurden. Dadurch wird verdeutlicht, dass dieser Berg unter einen besonderen Schutz gestellt wurde und als besonderes „Erbe“ der Natur anzusehen ist, welches über Jahrmillionen entstand.

Der Schlern ist gleichzeitig der Namensgeber für den Naturpark „Schlern-Rosengarten“. Der „Naturpark Schlern“ wurde bereits im Jahr 1974 gegründet. Im Jahr 2003 kam dann noch der Rosengarten hinzu, sodass der Naturpark seitdem Naturpark „Schlern-Rosengarten“ genannt wird.

Der Berg auf dem Berg

Der höchste Punkt des Schlerns ist auf dem Monte Petz. Hier steht auch das Gipfelkreuz. Vom Monte Petz kann man sagen, dass dies ein Berg auf dem Berg ist. Hat man die Hochebene des Schlerns beim Schlernhaus einmal erreicht, ist dort oben nochmals eine Erhöhung bzw. ein kleiner Berg zu finden – der Monte Petz.

Wandert man am Gipfelkreuz vorbei in nördlicher Richtung weiter, kann man auf der einen Seite den Jungschlern sehen. Es besteht die Möglichkeit, bis zum Rand des Berges weiterzulaufen, bis der Schlern an seiner „Kante“ steil abfällt. Von hier kann um über die Santnerspitze hinweg bis ins Tal zu den bekannten Urlaubsorten Kastelruth und Seis am Schlern sehen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Schlerns, in südöstlicher Richtung, hat man einen wunderbaren Blick zu den Vajolettürmen und zum Rosengarten.

Das Schlernhaus/die Schlernhäuser

Auf dem Schlern befindet sich auf einer Höhe von 2.457 Metern, direkt am Fuße des Monte Petz, das Schlernhaus. Da das Schlernhaus mehrmals erweitert wurde, welches bei näherer Betrachtung leicht zu sehen ist und es sich damit um mehrere Häuser handelt, spricht man auch von den „Schlernhäusern“.

Die Geschichte reicht bis Anfang der 1880er Jahre zurück. Johann Santner, der Erstbesteiger der Santnerspitze (wurde damals noch als „Schlernzacken“ bezeichnet) trug einen großen Anteil dazu bei, dass das Schlernhaus an dieser Stelle am Schlern erbaut wurde. Die Eröffnungsfeier des Schlernhauses war im Jahr 1885.

Nach mehreren Erweiterungen nahm das Schlernhaus bzw. die Schlernhäuser die Gestalt an, wie es sich heute zeigt. Seit dem Jahr befindet sich das Schlernhaus im Eigentum des „Club Alpino Italiano“ (C.A.I.). Die Familie Gasser ist seit dem Jahr 1975 – heute bereits in der zweiten Generation – die Pächterin des Schlernhauses, die die Wanderer, die im Schlernhaus einkehren, bestens versorgen.

Das Schlernhaus bietet mit 120 Schlafplätzen die Möglichkeit, auf dem Schlern zu übernachten und einen Sonnenauf- und Sonnenuntergang in den Dolomiten auf dieser Höhe einmal live mitzuerleben. Man benötigt nicht viel Fantasie, dass es sich bei einem Sonnenaufgang, sofern auch noch die Wetterlage dazu beiträgt, um ein Schauspiel handelt, welches jedes Herz eines Bergliebhabers höher schlagen lässt.

Die Schlernkirche und der Schlernkirchtag

Südlich des Schlernhauses befindet sich sogar eine kleine Kirche bzw. Kapelle. Hier handelt es sich um die Kapelle, welche dem Heiligen Kassian geweiht wurde. Erbaut wurde die Kirche des 18. Jahrhunderts erbaut. Hierfür war die aus Ums, einer Fraktion der Gemeinde Völs am Schlern, stammende Maria Kritzinger verantwortlich. Diese ließ die kleine Kirche aus Dankbarkeit, dass ihr Vieh errettet wurde, erbauen.

Der Todestag des Heiligen Kassian ist der 13. August. Daher findet jährlich am 13. August der Schlernkirchtag statt. Am Morgen wird zunächst ein feierlicher Gottesdienst an der Sankt Kassian-Kapelle gefeiert. Anschließend gehen die Feierlichkeiten im und vor dem Schlernhaus weiter. Näheres hierzu kann unter: Sankt Kassian-Kapelle, Schlern
nachgelesen werden.

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