Pfarrkirche Heilig Kreuz in Seis

Die neue Pfarrkirche von Seis, die Heilig Kreuz-Kirche

Im Jahr 1887 hatte der Bozner Josef Riehl die Straße von Waidbruck nach Kastelruth erbaut. Mit dem Bau der Straße gehörte die Abgeschiedenheit des Schlerngebietes nicht nur der Vergangenheit an. Die Straßenanbindung war auch der Beginn des Fremdenverkehrs, der bis heute eine Haupteinnahmequelle der Bewohner des Schlerngebietes ist. Aber auch die Dörfer, die bis dahin noch stark bäuerlich geprägt waren, konnten steigende Einwohnerzahlen verzeichnen. Dies hatte sich auch auf das kirchliche Leben ausgewirkt. In Seis am Schlern war die Maria-Hilf-Kirche das Gotteshaus der Seiser. Doch das schnell wachsende Dorf hatte die Maria-Hilf-Kirche, die heute die alte Pfarrkirche genannt wird, bald zu klein werden lassen. Daher wurde bereits Mitte der 1930er Jahre ein neuer Kirchenbau geplant. Hier zeichneten sich die Architekten Marius Amonn und A. Fingerle verantwortlich. Im Jahr 1937 wurde dann mit dem Bau der neuen Pfarrkirche, der Heilig Kreuz Kirche, begonnen. Die Weihung der Kirche, welche dem Heiligen Kreuz gewidmet wurde – im Jahr 1933 war das Jubiläumsjahr „2.000 Jahre Erlösung“ – erfolge im Jahr 1950.

Die neue Pfarrkirche steht direkt am Dorfplatz von Seis am Schlern. Dahinter befindet sich der Friedhof des Ortes. Betrachtet man die Kirche von außen, kann diese mit einem Schiff verglichen werden, dessen Kiel nach oben zeigt. Dass das Gotteshaus wie ein auf dem Kopf stehendes Schiff erscheint, ist auch gewollt. Hier soll auf die Arche Noah angespielt werden, die bei der Sintflut Rettung gab. Im übertragenen Sinne bedeutet dies, dass auch die Kirche Heil und Rettung Christi auf Erden bietet.

Das Kircheninnere

Betritt man die Kirche, kann man deren Gliederung mit alten Basiliken vergleichen. Das Gewölbe wird von hölzernen Gurten getragen; die Wände sind betont gegliedert. Der Triumphbogen, welcher in Ovalform eingezogen ist, verstärkt diesen Effekt. Der Bogen führt in die Apsis über. In der Apsis befindet sich ein großes Kreuz mit dem gekreuzigten Jesus Christus und der Kreuzigungsgruppe, die von Rudolf Moroder geschaffen wurde.

Links und rechts der Apsis befinden sich zwei Nischen, in denen jeweils eine Holzskulptur steht. Bei der einen Holzskulptur handelt es sich um den Heiligen Josef, der eine Säge in der Hand hält. Der Heilige Josef gilt als Patron der Arbeiter. Bei der anderen Holzskulptur handelt es sich um die Unbefleckte Empfängnis mit dem Herzen Marias. Beide Skulpturen wurden von Vinzenz Mussner aus Sankt Ulrich im Grödner Tag geschaffen.

Blickt man in Richtung Altar, der aus einem schönen Holz geschaffen wurde, befindet sich rechterhand – etwa in der Mitte des Kirchenschiffs – die Kanzel. Die Kanzel besteht ebenfalls aus Holz (Eichenholz).

Das Taufbecken aus Kupfer befindet sich in einer Nische. Das Taufbecken bzw. der Taufbrunnen wurde von Martin Rainer, einem Künstler aus Schnals, geschaffen. Die dezenten (Regenbogen-)Farben, mit denen die Taufnische ausgeschmückt ist, geben einer Taufe das richtige Flair. Die Farbgebung stammt  von Albert Mellauner, einem Künstler aus Bruneck.

Die Fenster

In der Apsis befinden sich vier rundbogige kleine Fenster. Auf zwei Fenstern – also auf einem Fensterpaar – wird auf der Ostseite das Thema Mariahilf aufgezeigt. Auf dem gegenüber liegenden Fensterpaar wird die Auferstehung und das Heilige Kreuz dargestellt.

Die vier rundbogigen Glasfenster im Kirchenschiff stammen aus dem Jahr 1995 und wurden von Edith Rier geschaffen. Die Fenster sind in ihrer Farbgebung der Kirche angepasst und sind sehr gediegen. Auf den Fenstern wird das Sakrament der Taufe, das Sakrament des Altares, Eucharistie (Danksagung der christlichen Pfarrgemeinde), die Bergpredigt und das Sakrament der Ehe dargestellt.

Die Glocken des Kirchturmes wurden am 18.11.1962 vom Weihbischof Heinrich Forer geweiht. Insgesamt verfügt der Turm über fünf Glocken, die in der Gießerei Grassmayr in Innsbruck gegossen wurden.

Die Orgel der Kirche befindet sich über dem Eingangsbereich. Bei der Orgel handelt es sich um eine zweimanualige Orgel, welche im Jahr 1993 geweiht wurde. Die Kirchenorgel verfügt über 18 Register und wurde von dem aus Steinach/Tirol stammenden Johann Pirchner erbaut.

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