Sankt Oswald Kastelruth

Sankt Oswald, Kastelruth

St. Oswald ist eine Fraktion der Marktgemeinde Kastelruth mit etwa 140 Einwohnern (Stand 31.12.2014: 141 Einwohner). Der Ortsteil liegt südlich von Tagusens auf einer Höhe von zirka 750 Metern über dem Meeresspiegel. Das Ortsgebiet breitet sich mit seinen Abhängen zum Eisacktal hin aus und wird vom Kastelruther Bächlein und vom markanten Felsrücken des Percoll getrennt.

Nach St. Oswald – auf Italienisch: S. Osvaldo – kommt man entweder über die schmale, teilweise steile Straße, die von der Straße Waidbruck – Kastelruth abzweigt. Alternativ, von der anderen Seite kommend, kann man auch die Straße nehmen, die unterhalb des Marktplatzes von Seis am Schlern nach St. Oswald führt.

St. Oswald gestern und heute

Bereits zweitausend Jahre vor Christus soll das Gebiet von St. Oswald besiedelt gewesen sein. So sollen hier vorgeschichtliche Siedungsplätze (beispielsweise der Decker- und Heidenbühel beim Porzner, der Buhinbühel oder der Lafogler) auf diese lange Besiedelung des heutigen St. Oswald hinweisen.

St. Oswald selbst ist ein sehr ruhiger und vom Tourismus wenig frequentierter Ort. Die umliegende Natur lassen den Ort noch sehr ursprünglich erscheinen. So fällt es heute nicht schwer sich vorzustellen, wie die Einwohner von St. Oswald bei der Heuernte, im Weinberg, in Stall und Scheune die landwirtschaftliche Arbeit noch ausschließlich per Hand bewältigen mussten. Heute hat allerdings die „Technik“ in St. Oswald Einzug gehalten. So wird die landwirtschaftliche Arbeit heute vorwiegend von Mähmaschinen und Traktoren unterstützt. Die Milchwirtschaft ist ein wichtiger Ertragszweig von St. Oswald – dafür sind die Kornfelder nicht mehr vorhanden.

Möchte jemand einen „ursprünglichen“, vom Alltagsstress weit entfernten Urlaubsort wählen, ist er in St. Oswald genau richtig. Hier bieten sich beste Voraussetzungen für einen „Urlaub auf dem Bauernhof“ mit der Garantie der absoluten Ruhe in einer wunderbaren Umgebung.

Das Museum in St. Oswald

Im Tschötscherhof sind noch jene landwirtschaftlichen Geräte aus den „alten Zeiten“ ausgestellt. Der Tschötscherhof ist ein über 500 Jahre alter Bauernhof, dessen Inhaber den Besuchern des Schlerngebietes mit seiner Ausstellung das Leben und den Glauben der Bauern in Kastelruth näherbringen möchte, wie es vor mehreren Jahrhunderten noch war. Die Interessierten können sich selbst ein Bild davon machen, dass die Bauern in Kastelruth alles andere als ein leichtes Leben hatten.

Ausgestellt werden beispielsweise alte landwirtschaftliche Maschinen, Haushalts- und Handwerksgeräte und Geräte zur Wollerzeugung. Jeweils von Donnerstag bis Dienstag ist das Museum jährlich von März bis November für die Besucher geöffnet.

Die Kirche in St. Oswald

Die Fraktion von Kastelruth erhielt ihren Namen von der dortigen Kirche, die dem Heiligen Oswald geweiht ist. Der Heilige Oswald war in Britannien ein König. Ein Rabe soll seiner Braut den Verlobungsring gebracht haben. Der Heilige Oswald wurde aufgrund seines Glaubens ermordet.

Die Kirche wurde in der romanischen Zeit gegründet. Der heutige Freskenschmuck der Kirche geht auf die gotische Zeit zurück. Zu jener Zeit hat die Familie von Wolkenstein die Kirche umgestaltet. In den 1970er Jahren wurde die Kirche restauriert. Bei den Restaurierungsarbeiten kamen die Malereien, die aus der Malerschule des Meisters Leonhard von Brixen kamen, sehr gut zur Geltung. Wer die Gelegenheit hat, die Kirche einmal von innen zu besichtigen, sollte diese auch nutzen. Die Kirche ist sehr gut erhalten. Der Altar wird vom Hochaltarbild, einem Ölgemälde von Franz Sebald Unterberger, geprägt. Das Ölgemälde stammt bereits aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

In unmittelbarer Nähe zur Kirche befindet sich ein Weiher. Dieser bietet zusammen mit der Kirche und dem Santner und Euringer ein hervorragendes Fotomotiv, welches auch gerne für Werbefotos genommen wird.

Der Fuschghof in St. Oswald

Der unter den Fans der Kastelruther Spatzen bekannteste Bauernhof des Schlerngebietes befindet sich in St. Oswald – nämlich der Fuschghof. Auf diesem Hof wohnt Norbert Rier, der Sänger und Chef der Kastelruther Spatzen mit seiner Familie.

Vor allem zu Zeiten, in denen die Kastelruther Spatzen ein Konzert in ihrer Heimat geben und daher die Fans in das Schlerngebiet locken, wird dem Spatzenchef gerne ein Besuch auf seinem Fuschghof abgestattet.

Die Ruine Aichach

Im Schlerngebiet gibt es insgesamt drei Ruinen. Eine davon steht in St. Oswald. Die Burgruine Aichach liegt versteckt hinter einem Hof und bietet einen herrlichen Blick auf die Santnerspitze mit dem dahinter liegendem Schlern – s. hierzu den gesonderten Beitrag: Ruine Aichach.

Der Pflegerhof

Direkt neben der Ruine Aichach befindet sich der Pflegerhof. Dieser Hof ist weit über die Grenzen des Schlerngebietes aufgrund des Kräuteranbaus, der hier betrieben wird, bekannt. Einige Fernseh-Reportagen, die über den Pflegerhof und dessen Bäuerin Martha Mulser im europäischen Raum ausgestrahlt wurden, haben den Bekanntheitsgrad des Kräuterhofes „Pfleger“ weiter enorm gesteigert.

Der Kräuteranbau wurde bereits Anfang der 1980er Jahren begonnen. Die Kräuter wuchsen auf den Feldern des Pflegerhofes zunächst auf einer kleinen Fläche, welche nun auf stolze fünf Hektar angewachsen ist. Interessierte, die sich für den Kräuteranbau und die etwa 80 verschiedenen angebauten Kräuter auf dem Pflegerhof informieren möchten, können an einer Führung teilnehmen; diese Führungen werden nach vorheriger Absprache in den Monaten Mai bis Oktober angeboten.

Natürlich können die Kräuter und die große Anzahl von etwa 500 Heil- und Gewürzjungpflanzen auch gekauft werden. Aber nicht nur Kräuter und Kräuter-Jungpflanzen können hier käuflich erworben werden; die Produktpalette des Pflegerhofes umfasst z. B. auch Teemischungen und Kosmetikartikel, die mit Kräutern hergestellt werden. Die Produkte des Pflegerhofes werden auch in den Läden des gesamten Schlerngebietes verkauft; zudem besteht die Möglichkeit, diese im Internet online unter http://www.pflegerhof.com zu bestellen.

Die Bäuerin des Pflegerhofes, Frau Martha Mulser, wurde im Jahr 2002 als „Südtirolerin des Jahres“ ausgezeichnet. Mit diesem Titel bzw. mit dieser Auszeichnung wurde Martha Mulser von den Leserinnen und Lesern des Gesellschaftsmagazins „Die Südtirolerin“ für den Aufbau ihres landwirtschaftlichen Musterbetriebes geehrt.

Eislöcher

In St. Oswald ist ein ganz außergewöhnliches Naturphänomen vorzufinden – nämlich die so genannten Eislöcher. Die Eislöcher entstehen, indem die kalte Luft aus den Gesteinsblöcken fließt und schließlich am Boden „liegen“ bleibt. In der Folge entstehen auf engstem Raum beachtliche Temperaturunterschiede. Auch im Hochsommer sind in den Eislöchern sehr kalte Temperaturen vorzufinden. Unterschiedlichste Pflanzenarten aus verschiedenen Vegetationszonen haben in den Eislöchern ihre Heimat und können hier auf engstem Raum nebeneinander gedeihen.

Die Eislöcher sind in der Wiese zu finden, die „Madrunglfuchsboden“ genannt wird.

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