Schulmuseum in Tagusens

Das Schulmuseum in Tagusens

In dem Kastelruther Weiler Tagusens wurde ein Schulmuseum eingerichtet. Es lohnt sich, bei einem Aufenthalt im Schlerngebiet das Schulmuseum, welches im Jahr 1995 eröffnet wurde, zu besichtigen. Das Schulmuseum ist das einzige in Südtirol erhaltene Schulgebäude aus der Zeit des Faschismus.

Nach Tagusens kommt man über Tisens, indem man die schmale Straße etwa knappe fünf Kilometer weiterfährt. Schon alleine die Fahrt nach Tagusens macht deutlich, dass der Weiler fernab des Alltagsgeschehens liegt. Zwischen Wiesen schlängelt sich die Straße bis nach Tagusens. Macht man sich bewusst, dass im 18. Jahrhundert die Mobilität noch lange nicht so fortgeschritten war wie heute, kann man sich gut vorstellen, dass es die Kinder von Tagusens schwer gehabt hätten, ihrer Schulpflicht nachzugehen, wäre da nicht eine Schule gewesen!

Zuerst wurde der Unterricht in Bauernstuben oder im Widum abgehalten, bis im Jahr 1933 ein eigenes Schulgebäude in Tagusens errichtet wurde. Erst im Jahr 1993 wurde die einklassige Zwergschule geschlossen.

Hervorragende Einblicke in die Schulgeschichte

Das Schulmuseum, zu dessen Eröffnung sich noch der bereits verstorbene Bürgermeister Kastelruths, Herr Vinzenz Karbon, eingesetzt hatte, gibt beeindruckende Einblicke in das damalige Schulleben in Tagusens. Hier ist ein vollständig eingerichtetes Klassenzimmer zu besichtigen.

Schon bevor man in das Klassenzimmer hineinkommt, fühlt man sich ganz in den damaligen Schulalltag zurück versetzt. Im Eingangsbereich sind an den Wänden noch die alten Kleiderhacken vorhanden. Als wäre es erst gestern gewesen, hängen hier noch exemplarisch einige Kleiderstücke – von der Trachtenjacke bis zur Schürze. Zusätzlich sind in dem Eingangsbereich, in dem die Kinder bei schlechtem Wetter ihre Pausen verbrachten, Bilder mit Märchen, Klassenfotos und Zeichnungen der damaligen Lehrerin zu sehen.

Man sollte sich Zeit nehmen, um das alte Klassenzimmer zu erkunden. Angefangen von den alten Schulbänken bis hin zu Lehr- und Lernmaterialien gibt es hier einiges aus der damaligen Schulzeit zu erkunden. Die Wände sind mit Bildern von Andreas Hofer, Kaiser Franz Josef I und mit Bildern aus der Bibel bestückt. Ebenfalls schmücken Landkarten aus der Zeit Kaiser Franz Josefs, als dieses Gebiet noch zur österreich-ungarischen Monarchie gehörte, die Wand.

In dem Klassenzimmer, in dem einmal bis zu 46 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig unterrichtet wurden, sind darüber hinaus noch Rechenschieber, Hunderter- und Tausendertafeln, alte Bücher, Schreibmaschinen, Füllfederhalter usw. zu bewundern. Heute ist es fast unvorstellbar, doch die Kinder waren damals alle in einer – von der ersten bis zur vierten – Klasse untergebracht. Lediglich die Lehrkraft, die nicht aus dem Ort kam, wechselte jährlich und wohnte in dem Schulgebäude im ersten Stock. Hier, wo es zur damaligen Zeit noch nicht einmal ein fließendes Wasser gab, unterschied sich das Schulleben von dem in den Städten extrem. Dass die Lehrgegenstände auch nicht so stark abgenutzt wurden, wie in den Schulzentren der Städte, ist ein Vorteil für all jene, die sich im Schulmuseum von Tagusens über die damalige Schul- und Erziehungsgeschichte informieren möchten.

Öffnungszeiten

Um in das Schulmuseum zu gelangen, muss man die Straße bis zum Ende des Ortes durchfahren. Vor der Kirche liegt auf der linken Seite das Schulmuseum. Dieses ist von Ostern bis Allerheiligen jeweils montags, mittwochs und freitags von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt in das Museum ist frei. Es besteht die Möglichkeit zu einer freiwilligen Spende, mit der man auch die liebevolle Einrichtung des Schulmuseums anerkennen kann.

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