Schloss Prösels

Schloss Prösels bei Völs am Schlern

Dass Immobilien eine sichere Geldanlage sind, ist wohl nicht immer so gewesen, und gilt auch nicht für jedes Gebäude. Schloss Prösels, das sich bei Völs am Schlern im Südtiroler Schlerngebiet heute so prächtig den Besuchern zeigt, ist ein markantes Beispiel dafür, dass ein Bauwerk auch eine finanzielle Last und kulturelle Verpflichtung darstellen kann. Das Schloss konnte während seines Bestehens seit seiner Vollendung im 16. Jahrhundert nur durch Engagement privater Personen vor dem Verfall gerettet werden.

Seit 1981 ist das Schloss in Besitz des Kuratoriums Schloss Prösels GmbH, welches sich nun mit Erfolg um den Bestand des Gebäudes kümmert und es durch gern besuchte Kulturveranstaltungen mit Leben füllt. Heute zählt Schloss Prösels zu den am besten erhaltenen Schlössern. Zugleich ist das Schloss Prösels eines der bekanntesten Schlösser des Eisacktales. Besucher des Schlerngebietes sollten daher das historische Gemäuer bei einem Aufenthalt auf jeden Fall besichtigen.

Das Schloss Prösels befindet sich der gleichnamigen Fraktion der Gemeinde Völs am Schlern.

Schloss Prösels im Laufe der Jahrhunderte

Nach ersten Aufzeichnungen begann die Geschichte von Schloss Prösels mit einer Burg an gleicher Stelle, welche bereits im frühen 13. Jahrhundert bestand. Die Burg wurde – damals als „Castrum Presil“ – im Jahr 1279 erstmals urkundlich erwähnt; zu dieser Zeit soll die Burg allerdings schon einige Jahrzehnte bestanden haben. Die damalige Burg wurde auf einem Felsvorsprung auf einer Höhe von 880 Metern über dem Meeresspiegel erbaut. Bei der Stelle, an der die damalige Burg erbaut wurde, handelte es sich schon damals um eine strategisch wichtige Örtlichkeit; hier kreuzten sich nämlich zwei wichtige Durchgangsstraßen.

Das heutige Erscheinungsbild wurde von der Familie geprägt, die das Schloss am längsten in Besitz hatte: die Familie der Freiherren von Völs. Leonhard von Völs ließ das Schloss, wie es sich heute zeigt, Anfang des 16. Jahrhunderts errichten. Es war die Lage der Burg, die dann auch den Ausschlag für die Errichtung des Schlosses gegeben hat. Diese Örtlichkeit schien als Familiensitz hervorragend geeignet. Insbesondere für einen eventuellen Verteidigungsfalle war sie wie geschaffen. So wurde sie auch mit der damals modernsten Wehr- und Verteidigungstechnik ausgestattet, wie man heute bei einem geführten Schlossrundgang erfahren kann.

Leonhard von Völs – damals Landeshauptmann an der Etsch und Burggraf von Tirol – war einer der ersten Herren von Völs, und zugleich derjenige, der die meisten Spuren hinterließ. Das heutige Erscheinungsbild des Schlosses geht in großem Maß auf seinen Einfluss zurück. Die schillernde Persönlichkeit seiner Zeit nahm an dem Gebäude die Baumaßnahmen vor, welche für die kommenden Jahrhunderte das Schloss prägten.

Allgemeines zum Schloss Prösels

Das Schloss Prösels mit seinen zahlreichen Türmen bzw. Türmchen ist auf einem felsigen Hügel erbaut, der von den Schlossmauern umschlossen wird. Der große Schlosshof verfügt über zwei Loggiengänge.

Im Inneren sind neben dem Rittersaal und dem Kaminzimmer auch der Pfeilersaal zu finden. Der Pfeilersaal zählt zu den schönsten Räumen auf Schloss Prösels. Die achteckigen Pfeiler aus Sandstein, die das Gewölbe stützen, finden bei den Besuchern höchste Beachtung. Interessant ist jedoch auch die Waffensammlung, welche die Südtiroler Landesregierung von Franz Anton von Kofler angekauft hatte und die im Pfeifersaal ausgestellt wird.

Auch wenn die damalige Burg bzw. das Schloss Prösels zu Verteidigungszwecken gebaut wurde, wurde es nie einem Angriff (bis auf einen Bauernaufstand im Jahr 1525) ausgesetzt.

Zu den dunkelsten Kapiteln in der Geschichte des Schlosses gehören zweifelsohne die Hexenprozesse, die vor mehr als 500 Jahren auf Schloss Prösels stattgefunden haben. Menschen, denen Ketzerei vorgeworfen wurde, wurden durch die Hexenprozesse zum Tode verurteilt. Hier soll es sich um etwa 30 Personen handeln, wobei darunter auch zwei Männer waren.

Burgkapelle Zur Heiligen Anna

Leonhard von Völs sorgte auch dafür, dass die Burgkapelle zu einem Kleinod seiner Zeit wurde. Die Burgkapelle Zur Heiligen Anna wurde im spätgotischen Stil erbaut. Leider sind ihre Kunstwerke in ihrer damaligen Pracht nicht im Originalzustand zu sehen. Ein wertvolles Tafelbild kann lediglich in einer Kopie bewundert werden, dessen Original im Nürnberger Germanischen Nationalmuseum ausgestellt ist. Darauf ist die einzige erhaltene bildliche Darstellung von Leonhard von Völs zu sehen, der sich mit seiner Familie abbilden ließ.

Auf Altarflügeln ist die Patronin der Kapelle zu sehen, Anna Selbdritt, die ihren seltsam anmutenden Namen als Mutter der Jungfrau Maria erworben hat. Meistens wird sie zusammen mit der jungen Maria und dem Jesuskind als dritte Person abgebildet, hier jedoch erhält sie als Patronin der Kapelle den ihr gebührenden Einzelplatz.

Konzerte auf Schloss Prösels

Das Kuratorium Schloss Prösels sorgt dafür, dass die Sammlungen und Ausstellungen auf dem Schloss Besuchern zur Verfügung gestellt werden. So finden sich in den historischen Gemäuern wertvolle Gemäldesammlungen und andere Ausstellungen, deren Exponate teilweise aus dem Schloss stammen, teilweise aber auch dem Schloss überlassen wurden.

Mit öffentlichen Konzerten wird das Schloss mit buntem Leben bereichert, das seinem ehemaligen Besitzer Leonhard von Völs bestimmt mit Stolz und Freude erfüllt hätte. Die Open-Air-Veranstaltungen im Schlosshof werden bei schlechtem Wetter in den nicht weniger stimmungsvollen Rittersaal verlegt.

Der Rittersaal ist übrigens auch private Feiern und Firmenfeiern buchbar. Und das historischen Kaminzimmer wird von so manchem Paar für die standesamtliche Trauung als Lokalität gewählt.

Wer auf Schloss Prösels Seminare, Tagungen, Kongresse oder dergleichen veranstalten möchte, kann dies ebenfalls tun. Es stehen Seminarräume zur Verfügung, welche gemietet werden können und die jeder Veranstaltung einen ganz speziellen Rahmen verleihen.

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