Oswald-von-Wolkenstein-Ritt

Südtirols größtes Reitspektakel findet im Schlerngebiet statt

Jedes Jahr im Frühjahr (Mai oder Juni) findet im Schlerngebiet der Oswald-von-Wolkenstein-Ritt statt. Inmitten der einmaligen Landschaft am Fuße der Seiser Alm zieht das Reitspektakel tausende Besucher in ihren Bann, die das Turnierspiel der einzelnen Reitmannschaften mit Spannung verfolgen, wie sie um den heiß begehrten Wanderpokal kämpfen. Bei der Veranstaltung wird Sport, Geschichte, Tradition und Kultur derart miteinander verbunden, dass der Oswald-von-Wolkenstein-Ritt weit über die Grenzen Südtirols hinaus bekannt ist.

Der Oswald-von-Wolkenstein-Ritt wurde erstmals im Jahr 1983 veranstaltet. Einst war das Reitturnier ein Geheimtipp und ist mittlerweile ein fester Bestandteil im jährlichen Veranstaltungskalender des Schlerngebietes. Was einst eine Blitzidee der drei Völser Hanspeter Demetz, Verena Pramstrahler und Heinz Tschugguel war, entwickelte sich zu einem exzellenten Schauspiel, welches sich Jahr für Jahr an immer mehr Zuschauern erfreut. Die Besucher, von den Einheimischen bis zu den Gästen, nehmen einen regen Anteil an den Ergebnissen der Reiter, sie teilen mit ihnen Freud und Leid bzw. die Erfolge genau so wie die schlechteren Turnierergebnisse.

Das Schlerngebiet ist stolz darauf, mit den Austragungsorten Kastelruth, Seis am Schlern und Völs am Schlern die perdesportliche Veranstaltung austragen zu dürfen. Und so wird im Rahmen des Oswald-von-Wolkenstein-Rittes meist das ganze Wochenende gefeiert. Nicht nur, dass das Reitspektakel eine kulturelle Bereicherung für das beliebte Urlaubsgebiet darstellt – es ist auch ein wichtiger Beitrag für die Wirtschaft und den Tourismus im Schlerngebiet.

Die Mannschaften

Zahlreiche Mannschaften, die aus ganz Südtirol mit ihren Pferden anreisen, müssen sich an verschiedenen Stationen hinsichtlich Schnelligkeit und Geschicklichkeit miteinander messen. Die Mannschaften bestehen jeweils aus vier Reiterinnen bzw. Reitern. Geritten wird natürlich in der jeweiligen Tracht des Ortes, aus dem die Mannschaften herkommen.

Frühmorgens am Sonntag ziehen die Mannschaften bei der Trostburg los. Insgesamt müssen vier Turnierspiele bestanden werden. Dabei gewinnt die Mannschaft, die die einzelnen Turnierspiele in der kürzesten Zeit geschafft hat. Zugleich sollten nur wenige Fehler gemacht werden, denn die Fehler bringen Strafpunkte bzw. eine Strafzeit, die der tatsächlich benötigten Zeit hinzugerechnet wird.

1. Turnierspiel – Ringstechen

Der erste Teil des Ritterturniers findet am Kofl – dem Kalvarienberg in Kastelruth – statt. Die Reiter erhalten einen Banner, der durch drei Ringe, welche mit einem gewissen Abstand aufgehängt wurden, gestochen werden muss. Dabei muss der Banner wieder aufgefangen und der nächsten Reiterin bzw. dem nächsten Reiter der Vierermannschaft übergeben werden. Das Ringstechen stellt bereits die erste sprotlich-ritterliche Herausforderung dar.

Nachdem der erste Teil des Ritterturniers absolviert ist, ziehen die einzelnen Mannschaften zum nächsten Teil weiter. Über St. Valentin reiten die Mannschaften nach Seis, wo in einer Waldlichtung – der „Matzlbödele“ – das Labyrinth stattfindet.

2. Turnierspiel – Labyrinth

Das nächste Turnierspiel ist das Reiten durch das Labyrinth. Dieses findet in Seis am Schlern am Matzlbödele statt. Zunächst muss bei diesem Teil des Turniers die Mannschaft Seite an Seite reiten. Dabei muss eine Bannerstange gehalten werden. Anschließend müssen die Reiter einzeln ein Labyrinth durchreiten, ohne die Holzbalken aus ihrer Verankerung zu lösen, mit denen das Labyrinth gebildet wird.

3. Turnierspiel – Galopp

Der nächste Teil ist ein Galoppreiten. Dieses findet direkt am Völser Weiher statt. Dabei müssen die Reiter der einzelnen Mannschaften über ein aufgebautes Hindernis galoppieren. Anschließend muss eine Kugel in ein Rohr geworfen werden, die durch dieses rollt und von den Reiterinnen bzw. Reitern wieder aufgefangen und in einen etwa 100 Meter weiter entfernt stehenden Korb geworfen werden muss. Auch bei der Galopp-Etappe ist äußerste Disziplin und reiterisches Können erforderlich, um diesen Turnierspielteil erfolgreich zu bestreiten.

4. Turnierspiel – Torritt

Die letzte Station ist der Torritt. Dieses Spiel findet direkt am historischen Schloss Prösels oberhalb von Völs am Schlern statt. Dabei müssen die Reiterinnen und Reiter einer Mannschaft nacheinander möglichst im vollen Galopp durch Torstangen reiten und dabei einen Banner in der Hand halten. Wenn eine Reiterin/ein Reiter zurück ist, übergibt er das Banner an den nächsten Mannschaftskameraden.

Dieser Teil des Turnierspiels ist sicherlich der spannendste und beeindruckenste zugleich, zumal hier nach den anstrengenden und bereits absolvierten Teilen und den vielen Kilometern, die die Mannschaften mit ihren Pferden an diesem Tag zurücklegen mussten, die Mannschaften alles geben müssen, um hier zu bestehen. Nochmals ist bei dieser Disziplin Kraft, Geschicklichkeit und Wendigkeit gefragt. Seine Faszination hat der Torritt auch deshalb, weil dieser direkt vor der beeindruckenden Kulisse des Schloss Prösels stattfindet.

Die Siegerehrung

Die Siegerehrung findet direkt am Schloss Prösels statt. Dabei erhält die Mannschaft die begehrte Siegestrophäe, welche die Turnierspiele mit der besten Zeit bestritten hat. Dabei erhält die Siegermannschaft die aus Holz bestehende, handgeschnitzte Trophäe, welche ein Porträt von Oswald von Wolkenstein, dem Namensgeber, enthält. Dabei handelt es sich um einen Wanderpreis, welcher im darauf folgenden Jahr an die neue Siegermannschaft weitergegeben wird.

Die einzelnen Mannschaften haben allerdings jedes Jahr aufs Neue das ehrgeizige Ziel, als Gesamtsieger zu gelten. Denn die Mannschaft, die drei Mal den Oswald-von-Wolkenstein-Ritt für sich entscheiden konnte, darf die Siegestrophäe endgültig behalten.

Doch nicht nur der Gesamtsieger wird am Abend geehrt. Jede Mannschaft, die an den einzelnen Turnierspielen als Etappensieger hervorgegangen ist, wird ebenfalls prämiert und geehrt. Dies ist ein Zeichen dafür, dass jedes einzelne Turnierspiel höchste Ansprüche an die Mannschaften stellt.

Besuch des Reitspektakels

Für einen Besuch des Oswald-von-Wolkenstein-Ritts sollte man sich das gesamte Wochenende Zeit nehmen. Bereits am Freitag findet die öffentliche Startnummernverlosung mit Bieranstich und Eröffnung des Rittes statt. Einige Musikgruppen spielen zur Unterhaltung der Gäste auf.

Am Samstag findet der große Eröffnungseinzug statt, an dem sämtliche teilnehmende Mannschaften, die Musikgruppen aus dem Schlerngebiet und zahlreiche Ehrengäste dabei sind. Auch das Abendprogramm wird feierlich und musikalisch begangen.

Für die Besichtigung der einzelnen Turnierspiele wird ein Eintritt verlangt. Dieser betrug im Jahr 2010 8,00 Euro pro Person. In diesem Preis ist bereits der Bus-Pendeldienst inbegriffen. Ein Shuttle-Dienst bringt die Zuschauer zu den einzelnen Veranstaltungsorten, wobei die Busse im Halbstundentakt die einzelnen Örtlichkeiten anfahren. Damit wird der Verkehr auf einem Minimum gehalten, der entstehen würde, wenn die zahlreichen Besucher alle mit dem eigenen PKW fahren würden.

Die zahlreichen Unterkunftsmöglichkeiten im Schlerngebiet, welche von einfachen Pensionen bzw. Bauerhöfen bis hin zu gehobenen Wellness-Hotels reichen, können für den Aufenthalt während des Oswald-von-Wolkenstein-Ritts gebucht und in Anspruch genommen werden.

Namensgeber Oswald von Wolkenstein

Der Oswald-von-Wolkenstein-Ritt ist dem großen Ritter, Dichter und Minnesänger gewidmet, dessen Geschichte eng mit dem Schlerngebiet verbunden ist. Oswald von Wolkenstein lebte in der Zeit von 1377 bis 1445 und verbachte einen Großteil seines Lebens im Schlerngebiet. Er lebte für einige Zeit auf der Burg Hauenstein oberhalb von Seis am Schlern. Die Burg ist heute allerdings zur Ruine verfallen.

Im Jahr 2018 findet der Oswald-von-Wolkenstein-Ritt vom 25.05. bis 27.05.2018 statt; Völs am Schlern ist im Jahr 2018 der Hauptaustragungsort!

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