Tschanstein

Der Tschanstein (Tschonstoan) unterhalb der Tschon-Schwaige

Viele Dinge im Schlerngebiet werfen bei den Menschen Fragen auf, wie diese wohl zustande gekommen sind. Die Dolomiten mit ihren unvorstellbaren Naturkräften bieten hier auch allen Grund dazu. Und so hat auch der Tschanstein – oder Tschonstoan bzw. Cionstoan, wie er im Volksmund genannt wird – seine Geschichte. Diese erzählt, dass ein Hexenmeister diesen riesigen Felsbrocken während eines Wutanfalls vom Schlern geschleudert haben soll, bis er an seiner heutigen Stelle unweit des Compatsch bzw. unterhalb der Tschon-Schwaige zum Liegen kam. Lesen Sie hierzu auch den Beitrag: Die Wut des Kachler Hans.

Doch wie hat die Wissenschaft es erklärt, dass auf dieser Hochebene der Seiser Alm – dort wo weit und breit keine größeren Felsen vorzufinden sind – ein so gewaltiger Felsbrocken liegt? Eine Informationstafel, die auf dem Wanderweg vom Compatsch in Richtung Ritsch-Schweige aufgestellt ist, gibt den Interessierten die wissenschaftliche Erklärung über die Geschichte des Tschansteins.

Ein Findling aus der Eiszeit

Der Tschonstoan, oder auch „Hexenstein“ bzw. „Sas dla Stria“ befindet sich an seinem heutigen Ort bereits seit etwa 15.000 Jahren. Als sich damals die Gletscher zurückgezogen haben, wurde der Tschonstein von seinem ursprünglichen Ort wegtransportiert, bis er letztendlich an seinem heutigen Ort zum Stillstand kam. Betrachtet man die Größe dieses Felsbrockens, kann man erahnen, welche Eismassen auf der Seiser Alm vorhanden waren, damit ein derart großer Felsen „transportiert“ werden konnte.

Zu jener Zeit, als die großen Eismassen schmolzen, begannen die Menschen den Zentralalpenraum zurückzuerobern. Für die damaligen Jäger spielte der Tschonstein schon damals eine bedeutende Rolle. Diese waren meist tagelang unterwegs und benötigten dringend Biwakstationen und Rastplätze. Anhand archäologischer Funde konnte nachgewiesen werden, dass der Tschonstein schon um 12.000 vor Christus den Jägern als Ausgangsbasis diente, um von hier aus ins Hochgebirge die Jagdzüge zu starten. Diese Spuren, die man aus jener Zeit beim Tschonstein gefunden hat, gelten als die ältesten nachgewiesenen menschlichen Spuren von Bewohnern der Seiser Alm.

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