Geislergruppe Südtirol

Berggruppe zwischen Villnösser Tal und Grödner Tal

Die Geislergruppe ist eine Berggruppe in Südtirol, welche aufgrund ihrer markanten Dolomitengipfel äußerst bekannt und bei Bergsteigern und Kletterern auch sehr beliebt ist.

Die „Gruppo delle Odle“, so die italienische Bezeichnung der Geislergruppe, erstreckt sich von Ost nach West, wobei sich das Villnösser Tal im Norden und das Grödner Tal im Süden befinden. Die westliche Begrenzung der Geislergruppe ist das Eisacktal, im Osten wird die Gebirgsgruppe von der Roa-Scharte (Fucella della Roa) begrenzt. Nordöstlich befindet sich – getrennt durch das Kreuzjoch – die Peitlerkofelgruppe.

Zu weiten Teilen befindet sich die Geislergruppe im Naturpark Puez-Geisler. Der Hauptgipfel der Berggruppe ist der Sass Rigais mit einer Höhe von 3.025 Metern über dem Meeresspiegel.

Die Gliederung der Geislergruppe

Westlich der Mittagsscharte

Westlich der Mittagsscharte befinden sich die hohen und ausgeprägten Gipfel der Geislergruppe. Diese werden oftmals Geislerspitzen oder auch, nachdem Sie das Panorama des Villnösser Tals maßgeblich prägen, Villnösser Geisler bezeichnet.

Von Osten nach Westen befinden sich unter anderem folgende Gipfel: Obere Fermeda, Untere Fermeda, Kleine Fermeda, Große Fermeda, Villnösser Turm, Villnösser Odla, Geislerspitze (Grad Odla) und Cumedel. Diese Gruppe wird „Odles“ bezeichnet.

Westlich der Pana-Scharte läuft die Geislergruppe mit eher mäßig ausgeprägte Gipfel in das Eisacktal aus. Der höchste Gipfel westlich der Pana-Scharte ist mit einer Höhe von 2.519 Metern über dem Meeresspiegel die Seceda.

Östlich der Mittagsscharte

Östlich der Mittagsscharte befindet sich mit dem Sass Rigais die höchste Erhebung der Geislergruppe. Weiter östlich befinden sich die Große Furchetta und die Kleine Furchetta, der Torkofel, Odla de Valdusa und der Wasserkofel.

UNESCO-Weltnaturerbe

Die Geislergruppe ist ein Teil der Dolomiten, welche im Jahr 2009 von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen wurden. Von der Berggruppe „Puez-Geisler“ wird beschrieben, dass unter anderem die Villnösser Geisler einst allein stehende Riffbauten waren. Die heute mächtigen Dolomit-Monolithen mit ihren ausgezackten Kämmen entstanden durch tektonische Prozesse und Erosionen.

Durch die Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe gibt es besondere Anstrengungen, dass unter anderem auch die Geislergruppe besonders geschützt wird und damit auch für die nachfolgenden Generationen bestmöglich erhalten wird.

Namensherkunft

Benannt wurde die Berggruppe nach den Geislerspitzen. Man geht davon aus, dass dieser Name auf einen wahrscheinlichen Grundbesitzer mit dem Namen „Geisel“ zurückzuführen ist, was wiederum die Kurzform von „Giselher“ ist.

Auf Italienisch wird, wie bereits oben erwählt, die Geislergruppe „Gruppo delle Odle“ und die Geislerspitze „Gran Odla“ bezichnet. Das Wort Odla bzw. auf Ladinisch „Odles“ bedeutet „Nadeln“. Wer sich die spitzen Gipfel der Geisler einmal genauer ansieht, wird sehr schnell feststellen, dass diese Bezeichnung genau die richtige ist. Die Geislerspitzen ragen nämlich wie dünne Nadeln aus Felsgestein in den Himmel.

Wandern und Klettern

In der Geislergruppe gibt es eine Vielzahl an Wanderwegen. Von sämtlichen Richtungen können die Wanderungen gestartet werden. So ist beispielsweise neben dem Grödner Tal auch das Villnösser Tal ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in der Geislergruppe.

Bekannt und beliebt ist vor allem der Adolf-Munkel-Weg, der sich am Fuße der Geislergruppe befindet.

Ebenfalls stehen viele Routen für Alpinkletterer und auch Klettersteige zur Verfügung.

In der Geislergruppe hat Reinhold Messner – die Südtiroler Bergsteigerlegende – die ersten Klettertouren unternommen. So beschreibt er in seinem Buch „Über Leben“, dass er mit fünf Jahren mit seinen Eltern seine erste Klettertour am Sass Rigais unternommen hat und in den folgenden Jahren unter anderem auch die Kleine Fermeda und den Villnösser Turm bezwang.

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