Sass Rigais

Sass Rigais – ein Teil der Dolomitengruppe Puez-Geisler

Der Sass Rigais ist ein Dolomitengipfel in der Dolomitengruppe Puez-Geisler mit einer Höhe von 3.025 Metern über dem Meeresspiegel. Dieser Berg, der zugleich das Zentrum der Geislerspitzen darstellt, prägt unter anderem auch das Panorama im nord-östlichen Teil der Seiser Alm.

Geschützt wird der Sass Rigais einerseits dadurch, dass der Berg zum Naturpark Puez-Geisler gehört. Daneben ist die Dolomitengruppe Puez-Geisler eine von insgesamt neun Gruppen, welche von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet wurden. Damit ist auch der Sass Rigais offiziell als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt, was zusätzliche Anstrengungen der Verantwortlichen zur Folge hat, die Dolomiten und damit auch den Sass Rigais zu schützen.

Der Sass Rigais ist Teil des Geislerspitzen, welche sich vom Villnößtal im Norden bis zum Grödner Tal im Süden erstrecken. Die westliche Begrenzung des Sass Rigais stellt die Mittagsscharte des Sas de Mesdi dar. Östlich wird der Sass Rigais durch Saliëries-Scharte vom Torkofel (Sass della porta), der Großen Furchetta und der Kleinen Furchetta begrenzt. Ebenfalls befindet sich östlich das Wasserrinnental.

Vom Gipfel des Sass Rigais kann man einen herrlichen Blick in die umliegende Bergwelt der Dolomiten genießen. Hier blickt man insbesondere auf die benachbarte Furchetta, ebenfalls ein Gipfel der Geislergruppe. Aber auch der Sellastock, der Langkofel und der Schlern, der Peitlerkofel und die Aferer Geisler können hier bestaunt werden.

Die Geschichte des Sass Rigais

Die Dolomitengruppe, in der sich der Sass Rigais befindet, wird von gezackten Bergkämmen und mächtigen Dolomit-Monolithen geprägt. In der Gegend rund um den Sass Rigais ist das Zeitalter bzw. die Entstehung der Dolomiten, die vor etwa 251 Millionen Jahren in der Trias-Zeit begonnen hat, vollständig aufgezeichnet. So sind auch die Schichten aus der Jura- und Kreide-Zeit (vor etwa 190 bis 100 Millionen Jahren) mit den bunten Mergeln und Kreiden hier noch vorhanden und ersichtlich.

Bestiegen wurde der Sass Rigais erstmals am 04.07.1878 durch die vier Bergsteiger Giorgio Bernard, Giovanni Bernard, Eduard Niglutsch und Bruno Wagner. Diese vier Bergsteiger bestiegen den Sass Rigais über die Westseite. Am 13.09.1888 – also gut zehn Jahre nach der Erstbesteigung – wurde der Sass Rigais von den drei Bergsteigern Hans Schmitt, Karl Schulz und Heinrich Heß über die Ostseite bestiegen.

Johann Santner, der Namensgeber der Santnerspitze – ehemals Teufelsspitze bzw. Schlernzacken – bezwang den Sass Rigais im Jahr 1890 erstmals im Rahmen einer Winterbesteigung. Die zwei Bergsteiger Günther von Saar und Viktor Wolf von Glanvell bezwangen den Gipfel als erste über die nahezu senkrecht in Richtung Villnöß abfallende Nordwestwand im Jahr 1901.

Die Besteigung des Sass Rigais

Heute kann der Gipfel des Sass Rigais über zwei Klettersteige erreicht werden. Ein Klettersteig beginnt an der Saliëries-Scharte, einer an der Mittagsscharte (die auch von der Villnößer Seite erreicht werden kann). Durch die Erschließung des Berges durch zwei Klettersteige ist der Gipfel einfacher zu erreichen, als sein erhabener Anblick – vor allem von Norden – vermuten lässt. Dennoch sind Klettererfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vonnöten, da die Klettersteige relativ gut frequentiert sind und daher auch eine hohe Steinschlaggefahr besteht.

Saliëries-Scharte/Wasserrinnental

Die Saliëries-Scharte erreicht man von der Regensburger Hütte aus. Diese wiederum ist von:

  • St. Ulrich über den Wanderweg Nr. 4 über St. Jakob (etwa 4 Stunden Gehzeit) oder über die Seilbahn Seceda und anschließend über den Weg Nr. 1 (etwa 1 ½ Stunden Gehzeit)
  • St. Christina mit der Gondelbahn Col Raiser (2.106 Meter über dem Meeresspiegel) und anschießend über den Weg Nr. 4 (etwa 15 Minuten Gehzeit) oder – ohne Benutzung der Bahn – über den Wanderweg Nr. 1 (etwa 1 ¼ Stunden Gehzeit)
  • Wolkenstein über den Wanderweg Nr. 3 (etwa 1 ½ Stunden Gehzeit)

zu erreichen.

Die Regensburger Hütte bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten, sodass man hier übernachten und am frühen Morgen direkt von hier die Klettertour starten kann.

Von der Regensburger Hütte führt ein beschilderter Weg zum Sass Rigais, der über die Cislesalpe zum Felsriegel der Geislergruppe führt. Bei der Ebene des Plan Ciartier am Fuße des Sass Mesdi (Sas de Mesdi) ist der Weg ins Wasserrinnental und zum „Sass Rigais Ost“ beschildert. Von hier erreicht man die Saliëries-Scharte, durch die der Sass Rigais von der Furchetta getrennt wird. Linkerhand geht es zum Anseilplatz, welcher nach etwa 15 Minuten erreicht wird. Dieser Anseilplatz ist der Beginn des Klettersteigs zum Gipfelkreuz.

Bei der Route über die Saliëries-Scharte handelt es sich um die anspruchsvollere bzw. schwierigere Tour.

Mittagsscharte

Ein einfacherer Klettersteig führt von der Mittagsscharte, einer bekannten Dolomiten-Scharte auf einer Höhe von 2.500 Metern über dem Meeresspiegel, auf den Sass Rigais. Dieser Klettersteig – die Besteigung vom Westen – hat seinen Ursprung schon im frühen 20. Jahrhundert und ist damit die „klassische“ bzw. ältere Route zum (metallenen) Gipfelkreuz des Sass Rigais.

Die Mittagsscharte kann von der Villnößer Seite und von St. Christina über den Col Raiser und auch über die Regensburger Hütte (wie die Regensburger Hütte erreicht wird: s. oben) erreicht werden. Die Route über die Mittagsscharte wird als Klettersteig ausgeschildert, wobei diesen auch schwindelfreie und trittsichere Bergsteiger ziemlich problemlos gehen können.

Der Name „Sass Rigais“

Auf Ladinisch wird der Berg „Sas Rigais“ bezeichnet. Da sich der Dolomitengipfel in Ladinien befindet, wird daher oftmals die ladinische Bezeichnung zu lesen sein. Der Name „Sas“ bedeutet „Fels“. Woher das Wort „Rigais“ stammt, kann nur vermutet bzw. nicht mit hinreichender Sicherheit gesagt werden. Eine Erklärung ist, dass der Name vom altladinischen Wort „reguz“ abstammt, was „senkrechte Geländefalte“ bedeutet und auf die große Falte in der Nordwand hinweisen könnte. Eine weitere Erklärung ist, dass Rigais vom deutschen Wort „Rehgeiß“ abgeleitet wurde und der Berg zu seinem Namen deshalb kam, weil nach der Erzählung alter Grödner damals hier viele Setzplätze von Rehen gewesen sein sollen.

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