Sankt Jakobs-Kirche | St. Ulrich

Die St. Jakobs-Kirche oberhalb von St. Ulrich im Grödner Tal

Oberhalb von St. Ulrich im Grödner Tal in Südtirol befindet sich die St. Jakobs-Kirche. Bei dieser Kirche handelt es sich um eines der schönsten und ältesten Gotteshäuser Südtirols. Bekannt ist die Kirche unter anderem, weil diese mit dem fabelhaften Panorama auf zahlreichen Bildern – von Postkarten bis Kalender – abgebildet ist.

Die St. Jakobs-Kirche befindet sich im Gemeindegebiet von St. Ulrich im gleichnamigen Weiler St. Jakob (S. Giacomo). Auf Ladinisch – der Sprache, welche von den meisten Einwohnern Grödens gesprochen wird – wird die Kirche „Dlieja da Sacun“ bezeichnet. Die Einheimischen bezeichne die Kirche oftmals nur als „Sacun“.

Allgemeines zur St. Jacobs-Kirche

Die St. Jakobs-Kirche wurde östlich von St. Ulrich oberhalb des Gemeindezentrums am Südhang des Pitschberges erbaut. Die Kirche liegt etwa 1.600 Meter über dem Meeresspiegel und ist vom Dorfzentrum von St. Ulrich in etwa 40 Minuten zu Fuß zu erreichen (einfach Wegstrecke etwa drei Kilometer).

Direkt bei der Kirche befindet sich der Friedhof, in dem die verstobenen Einwohner von St. Jakob beigesetzt werden.

Die Kirche St. Jakob kann nur zu Fuß erreicht werden. Der Heilige Jakob, dem die Kirche geweiht wurde, ist der Patron und Apostel der Wanderer und Pilger.

In direkter Umgebung befindet sich hangaufwärts ein Wald. Die erhöhte Lage schafft ein malerisches Bild. Im Hintergrund sind der Lang- und Plattkofel und der Sellastock zu sehen, die für ein einmaliges Panorama sorgen.

Die Geschichte der St. Jakobs-Kirche im Grödner Tal

Die St. Jakobs-Kirche soll im Auftrag von Jakob von Stetteneck Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut worden sein. So wird die Kirche urkundlich erstmals am 18.08.1283 in einem Ablassbrief erwähnt. Hierbei handelt es sich um einen Ablassbrief des aus dem slowenischen Laibach (Ljubljana) kommenden Bischof Ägidius. In dem Ablassbrief wird den gläubigen Christen vierzig Tag Ablass verliehen, wenn sie nach Ablegung der Beichte die St. Jakobs-Kirche aufsuchen. Aufgrund dieses Ablassbriefes ist bekannt, dass es sich bei der St. Jakobs-Kirche schon im 13. Jahrhundert um ein Wallfahrtsziel handelte.

Der in dem Ablassbrief am 18.08.1283 erwähnte Kirchenbau war noch nicht der erste an dieser Stelle. Der Kirchenbau hat nämlich einen romanischen Vorgängerbau. Im Glockenturm der Kirche ist die Jahreszahl 1181 zu finden, weshalb die Kirche (bzw. der Vorgängerbau) bereits geraume Zeit vor ihrer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1283 erbaut wurde.

Im Jahr 1366 schlug ein Blitz in die Kirche ein und führte dazu, dass das Kirchendach vom Feuer zerstört wurde.

Im Jahr 1440 kam es zur Erneuerung der Kirche; zu dieser Zeit erhielt sie den spätgotischen Stil.

Heute zeigt sich die Jakobs-Kirche, welche im Laufe der Zeit mehrere Veränderungen erfuhr, im gotischen Stil. Das Kircheninnere zeigt sich ebenfalls im gotischen, teilweise aber auch im barocken Stil.

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Die Kirche von außen

An der Südfassade befindet sich sehenswerte Fresken.

Das linke Fresko zeigt den leidenden Jesus Christus, das Fresko rechts daneben den Heiligen Christophoros. Auf der rechten Seite der Außenwand sind mehrere kleine Fresken zu sehen, welche die Kreuzwegstationen zeigen.

Das Kircheninnere

Das Kircheninnere ist im gotischen und barocken Stil.

Spätgotische Fresken sind im Chor der Kirche zu bestaunen, welche aus der Werkstatt von Leonhard von Brixen stammen. Diese Fresken sind sehr gut erhalten und sehr sehenswert.

Der Hochaltar der Kirche wurde von der Familie Vinazer geschaffen. Auch der Altar ist ein absolutes Kunstwerk; hier sind verschiedene vergoldete Figuren zu sehen, welche sich zwischen blauen, gedrehten Säulen befinden. Zusammen mit dem Altarbild und dem mit Fresken ausgemalten Chor, ist dieser Teil der Kirche besonders sehenswert. Bei dem Altarbild handelt es sich leider nicht um das Original, sondern lediglich um eine Nachbildung. Das Original wurde vom Maler Franz Sebald Unterberger geschaffen und befindet sich im Museum Gherdëina (Museum Gröden) in St. Ulrich. In diesem Museum sind auch die barocken Statuen und das Fastenbuch im Original zu sehen.

Öffnungszeiten / Besichtigung der Kirche

Die Kirche ist in den Sommer- und Wintermonaten immer nur stundenweise geöffnet. Zudem werden durch die Kirche Führungen angeboten. Interessierte, die sich die Kirche von Innen ansehen möchten, sollte die genauen Öffnungszeiten bzw. die genauen Termine der Kirchenführung im örtlichen Informationsbüro in St. Ulrich erfragen.

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